| Gasexplosion in einem Wohnhaus
Innenstadt. 30.04.1998. In der Stoltzestraße 16 kam es am Donnerstag gegen 00.05 Uhr in einem 5-geschossigen Wohnhaus zu einer Explosion, bei der ein ca. 50-jähriger Mann schwere Brandverletzungen erlitt. 6 weitere Personen wurden leicht verletzt. Den Einsatzkräften der Löschzüge 1 und 2 gelang es, sieben Personen aus dem Haus zu retten. In Folge der Explosion, die sich im Bereich des 3. Obergeschosses ereignete, wurde die Außenmauer des Gebäudes im 3. Und 4. Obergeschoß herausgedrückt. Durch die Druckwelle wurde die Zwischenwand im 3. Obergeschoß herausgeschleudert, und die Zwischendecke zum 4. Obergeschoß stürzte ein. Die Möbel rutschten in das 3. Obergeschoß hinunter. Das Dach des Gebäudes wurde durch den Druck angehoben und weitgehend zerstört. Benachbarte Häuser wurden ebenfalls beschädigt und von der Feuerwehr kontrolliert. Die Trümmerteile wurden bis auf die gegenüberliegende Straßenseite geschleudert und beschädigten Fensterscheiben. Der Amtsleiter der Frankfurter Feuerwehr, Dipl.-Ing. Reinhard Ries, übernahm die Gesamteinsatzleitung. Während das Feuer durch die Einsatzkräfte gelöscht und die Gaszufuhr gestoppt wurde, durchsuchten Feuerwehrleute das gesamte Gebäude nach Menschen. Der Gas-Notdienst der Main-Gas-Werke überprüfte die Gasanlage des Hauses; Mitarbeiter der Stadtwerke schalteten die Stromzufuhr zum Gebäude ab. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr wurden durch das Technische Hilfswerk Frankfurt bei den Arbeiten unterstützt.Alle Bewohner des betroffenen Hauses wurden in einem Bus der Feuerwehr durch Ärzte und Rettungsdienstpersonal betreut und anschließend in Hotels untergebracht. Das Gebäude aus der Gründerzeit wurde erheblich beschädigt. Im Erdgeschoß ist eine Kindertagesstätte untergebracht, in den oberen Etagen befinden sich Wohnungen. Die Feuerwehr entfernte mit dem Kranwagen der Feuer- und Rettungswache 5 Trümmerteile aus den Obergeschossen und dem Dachbereich. Durch das Technische Hilfswerk wurde das Gebäude vom Keller bis zum 2. Obergeschoß abgestützt. Da noch nicht ausgeschlossen werden konnte, daß noch Personen unter den Trümmern eingeschlossen waren, wurden die zerstörten Wohnungen mit Rettungshunden abgesucht. Eine weibliche Person, die vermißt wurde, meldete sich am Vormittag unversehrt bei den Einsatzkräften. Die Freiwilligen Feuerwehren Fechenheim und Enkheim besetzten die Feuer- und Rettungswache 1, die Freiwilligen Wehren aus Niederrad und Sachsenhausen die Feuer- und Rettungswache 6, um den Brandschutz in den östlichen und südlichen Stadtteilen sicherzustellen. Warum es zu der Explosion kam, ist noch ungeklärt. Die Aufräumungs- und Sicherungsarbeiten werden bis in die Vormittagsstunden des Donnerstages andauern. Information zum Einsatzverlauf der Deutschen Brandbekämpfungsmaßnahmen in der Türkei In der Nacht vom 17. auf den 18. August erreichte die Branddirektion Frankfurt am Main eine Anfrage des Auswärtigen Amtes und des Innenministeriums, ob die Entsendung eines Expertenteams zur Beurteilung der Lage in der brennenden Raffinerie Tüpras möglich ist. Daraufhin wurden Herr Direktor der Branddirektion Dipl.-Ing. Ries und Herr Brandschutzingenieur Dipl.-Ing. Fiedler von der Werkfeuerwehr BASF in Ludwigshafen am 18. August in die Türkei entsandt. Noch in der Nacht vom 18. auf den 19. August wurde von der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main in Zusammenarbeit mit den Werkfeuerwehren der BASF Ludwigshafen und der Wintershall AG, Raffinerie Lingen eine Brandschutzkomponente zusammengestellt, welche eine unabhängige Brandbekämpfung ermöglichen sollte. Die Erkundung des Expertenteams ergab, dass noch 5 befüllte Schwimmdachtanks in der Raffinerie Tüpras in Körfece brannten. Das Erdbeben hatte insgesamt 11 dieser Tanks in Brand gesetzt und weite Teile der Produktionsanlagen schwer beschädigt. Durch die umfangreiche Brandbekämpfung von nationalen Einheiten und weiteren Feuerwehreinheiten aus Frankreich, Bulgarien, Rumänien und Aserbaidshan konnten einige Brände bereits gelöscht werden. Die verbleibenden, brennenden Tanks bildeten eine große Gefahr für die Bevölkerung, da sich in unmittelbarer Nachbarschaft weitere großvolumige und beschädigte Schwimmdachtanks befanden. In diesem Zusammenhang darf die immense Umweltbelastung durch den Brandrauch und die drohende Gefahr durch das Auslaufen größerer Mengen Öl ins Marmarameer nicht vergessen werden. Zur weiteren Eindämmung der Katastrophe bot Herr Ries und Herr Fiedler den zuständigen Behörden vor Ort schnelle und unbürokratische Hilfe an. Die zusammengestellte Brandschutzeinheit, die aus ca 200 t Luftfracht in Form von Fahrzeugen und Gerätschaften bestand, wurde zwischenzeitlich innerhalb kürzester Zeit für den Transport in die Türkei vorbereitet. Am 19.08. waren alle Unwägbarkeiten, die mit einem solchen Unternehmen einhergehen beseitigt, so daß zwei ukrainische Antonovs mit dem gesamten Equipment vom Flughafen Hahn nach Istanbul abheben konnten. Nach der Landung in den frühen Morgenstunden auf dem Flughafen Istanbul wurde nach einer zweistündigen Fahrt zur Raffinerie direkt mit den Einsatzmaßnahmen begonnen. Zu diesem Zeitpunkt brannten immer noch 3 Großtanks. Zur Sicherung einer eigenen, unabhängigen Löschwasserversorgung, das interne Hydrantennetz war weit überlastet, wurde eine eigene Wasserversorgung vom 1,2 km entfernten Marmarameer aufgebaut. Zum Einsatz kam hier feuerwehrtechnisches Spezialgerät mit einer Förderleistung von bis zu 25 000 Liter pro Minute. Vor den brennenden Tanks wurden mehrere Wasserwerfereinheiten in Stellung gebracht. Der vorbereitete Löschangriff mußte auf Weisung der zuständigen Stellen zunächst unterbleiben. Diese Entscheidung löste bei allen Beteiligten große Betroffenheit und Unverständnis aus. Auch die zähen Verhandlungen brachten keine Umstimmung der Verantwortlichen. Letztendlich hat der immense politische Druck zu einem Einlenken der Geschäftsleitung geführt, wodurch eine effektive Brandbekämpfung aufgenommen werden konnte. Dies ist als maßgebender Erfolg der Deutschen Hilfe zu sehen. Schließlich konnte in den Nachmittagsstunden des 20. August die Brandbekämpfung aufgenommen werden. Aufgrund der räumlichen Ausdehnung und der Bodenbeschaffenheit konnte der Williamswerfer (20 000 Ltr/min.) nicht wirkungsvoll eingesetzt werden, so daß auch konventionelle Wasserwerfer eingesetzt werden mußten. Es folgte ein massiver Schaumangriff, welcher nach ca. 2 Stunden, bei Einbruch der Dämmerung, den ersten brennenden Tank unter Kontrolle brachte. Was nun folgte wird den Kollegen sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben. Die Koordination der international eingesetzten Einsatzkräfte war nahezu unmöglich. Unterschiedliche Sprachen, Kommunikationsstrukturen, Einsatztaktiken verhinderten manchmal den Löscherfolg. Eine osteuropäische Einheit hatte den kurzfristigen Löscherfolg mit einem Turbinenlöschgerät sowie dem Einsatz von Löschflugzeugen innerhalb von nur 2 Minuten zunichte gemacht. Die Schaumdecke riß auf und es kam zu einer erneuten Reaktion mit intensivster Flammenbildung. Zu diesem Zeitpunkt lag die Konzentration der Löschmaßnahmen bereits auf dem nächsten brennenden Tank, ein Gegenangriff mit Schaum war nicht mehr leistbar. Durch den vorangegangenen massiven Schauangriff (50 Kubikmeter) bildete sich aber trotzdem eine undurchlässige Filmschicht, die die Flammenfront nahezu löschte. Nach 5 Stunden Nachtruhe und anschließendem Frühstück erfolgte die Rückfahrt zur 30 km entfernten Raffinerie. Der am Abend zuvor lichterloh brennende Tank war nun nahezu erloschen. Gemeinsam mit den lokalen Einsatzkräften wurde die Brandbekämpfung aufgenommen. Die Einsatzstrategie führte zu einem Löscherfolg. Die Flammen konnten erneut erstickt werden und über einen Zeitraum von 2 Stunden war keinerlei Rauch mehr zu erkennen. Die gewaltige Energie, die sich noch im Tank befand, führte für alle Einsatzkräfte zu einem unvorstellbaren Szenario. Aufgrund mangelnder Schaummitelversorgung wurde Wasser in den Tank gepumpt. Die Folge wird keiner der Beteiligten jemals mehr vergessen. Innerhalb von nur einer Minute entwickelte sich ein Brand mit intensivster Flammenbildung mit bis zu 50 m Flammenhöhe. Die gesamte Löschformation mußte schlagartig zurückgezogen werden. Lediglich das GTLF aus Frankfurt verblieb nach dem Rückzug an seiner Position. Unter Einsatz ihres Lebens richteten die Feuerwehrleute aus Frankfurt, gemeinsam mit den Kollegen der Werkfeuerwehren, die erreichbaren Wasserwerfer auf die der Hitze ausgesetzten Nachbartanks, welche zu bersten drohten. Dies war die einzige Möglichkeit eine weitere Katastrophe größeren Ausmaßes zu verhindern. An dem benachbarten Tank, mit einem Volumen von 20 000 Kubikmetern, waren schon sichtbare Brandspuren und erste Deformationen erkennbar. Mehrere Kollegen zogen sich durch die starke Wärmestrahlung Hautrötungen zu, welche im Anschluß von unserem anwesenden Feuerwehrarzt Herrn Dr. Knöll behandelt werden mußten. Der massive "Vulkanausbruch" hielt über einen Zeitraum von ca. 40 Minuten mit unvermittelter Kraft an. Das erste Nachlassen im Brandverlauf wurde zum Gegenangriff ausgenutzt und diese dramatische Situation gemeistert. Dank der Unterstützung der einheimischen Kräfte konnte mit dem Gerät der Deutschen Feuerwehr auch über Nacht der Löscherfolg nachhaltig gesichert werden. Die Kontrolle der Einsatzstelle am Sonntag, den 22.08. ergab, dass durch die über Nacht aufrechterhaltene Kühlung, der Brand unter Kontrolle war. Nach diesem Einsatzerfolg, mußten die eingesetzten Gerätschaften innerhalb kürzester Zeit aufgenommen werden, da der Rückflug nach Deutschland bereits wenige Stunden später erfolgen sollte und eine Grundreinigung der Mannschaft in einem türkischen Bad dringend erforderlich war. Als Zeichen der Dankbarkeit wird den Kollegen die überaus herzliche Verabschiedung durch die türkische Bevölkerung immer in Erinnerung bleiben. Bahnunfall: ICE rammte Bauzug Hauptbahnhof 10.03.1998. Am Morgen des 10. März 1998 ereignete sich um 10:26 Uhr auf dem Gleisvorfeld des Hauptbahnhofes Frankfurt am Main ein folgenschwerer Unfall, an dem ein ICE und ein Bauzug der Deutschen Bahn AG beteiligt waren. Vier Bahnarbeiter wurden schwer, zwei weitere leicht verletzt. er aus vier offenen Wagen mit niedriger Ladefläche bestehenden Bauzug, beladen mit ca. 8 m langen Gleisstücken, der aus Ffm-Niederrad in Richtung Hauptbahnhof ein Außengleis einer vierspurigen Bahnsteilstrecke befuhr, wurde bei diesem Unfall stark beschädigt. Aus bisher ungeklärter Ursache verrutschte die Ladung so, daß die Schienenteile sich auf der Ladefläche quer zur Gleisstrecke legten. Vermutlich in einem Fahrleitungsmast blieben eine oder mehrere dieser Schienenteile hängen und scherten eine im vorderen Bereich des Bauzuges befindliche Führerkabine ab, so daß diese auf dem Nachbargleis zum Liegen kam. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich 4 Bahnarbeiter in der Führerkabine. Einige Minuten vor diesem Unfall verließ der ICE 974 "Ludwig Quidde" (benannt nach dem Friedensnobelpreisträger von 1927) Richtung Bremen den Hauptbahnhof. Zum Zeitpunkt des Unfallgeschehens erreichte auch der ICE den Unfallort. Der Zugführer des ICE erkannte die Situation und leitete einen Nothalt ein. Der Anhalteweg des Zuges reichte jedoch nicht aus. Der ICE traf mit dem Frontbereich die auf dem Gleiskörper liegende Führerkabine des Bauzuges, und schleuderte diese zwischen die Gleise 2 und 3 der Strecke. Zwei Arbeiter wurden dabei eingeklemmt, konnten aber, wie die beiden anderen Kollegen, ohne technische Hilfsmittel durch die zuerst an der Einsatzstelle eingetroffenen Einheiten der BF, aus der Kabine gerettet werden. Die alarmierten Einheiten der Berufsfeuerwehr trafen um 10:33 Uhr an der Einsatzstelle ein. Sofort wurden die Maßnahmen zur medizinischen Versorgung der Verletzten eingeleitet. Da sich die Unfallstelle auf einem ca. 6 m hohen Bahndamm befand, wurden die Patienten über die DLK der Feuer- und Rettungswache 3 auf eine Zuffahrtsstraße unterhalb des Gleiskörpers verbracht, ärztlich und rettungsdienstlich versorgt und in Krankenhäuser der Städte Frankfurt a. M. und Offenbach a. M. zur weiteren Behandlung eingeliefert. Um ungehindert auf dem Gleiskörper arbeiten zu können, wurde bei der ZES Borken die Fahrstromabschaltung für den betroffenen Bereich beantragt. Eine halbe Stunde später wurde die Fahrstromabschaltung durch die ZES Borken bestätigt. Dies ist natürlich eine Zeitspanne, die im Rahmen von rettungswirksam durchzuführenden Maßnahmen äußerst unbefriedigend ist. Da glücklicherweise der Fahrdraht nicht in einer solchen Weise beschädigt war, daß die zu Rettenden und Hilfsmannschaften hätten gefährdet werden können, wurde mit den Rettungsmaßnahmen unverzüglich begonnen. Die Einsatzleitung vor Ort hatte der Amtsleiter der Branddirektion Frankfurt am Main, Ries. Ihm zur Seite standen beide an diesem Tag im Dienst befindlichen technischen Einsatzleiter Ost und West sowie der diensthabende Lagedienstleiter der Leitfunkstelle Frankfurt a. M., der vor Ort die funktechnische Führung im ELW2 übernahm. Zum Zeitpunkt des Unfalls befanden sich in dem ICE ca. 250 Fahrgäste, keiner wurde verletzt. Sachschaden entstand laut Auskunft der Deutschen Bahn AG in Höhe von ca. 500.000,- DM: |
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| < zum Jahr 1999 | zum Jahr 1997 > | |||||||