Schrecklicher Jahresbeginn

5 Tote und mehrere zum Teil schwer verletzte Personen bei Wohnungsbranden

Bei 4 Wohnungsbränden innerhalb von 9 Tagen wurden im Januar 92 5 Menschen getötet und 3 Personen mit zum Teil schweren Rauchvergiftungen in Krankenhauser eingeliefert. Es entstand ein Sachschaden von über DM 250.000,-.

Wohnungsbrand in Preungesheim

16.01.1992

Am 16.01.1992 war in einer Wohnanlage im Stadtteil Preungesheim in der Küche eines Appartement ein Brand ausgebrochen, weil der Mieter vergessen hatte die Herdplatte auszuschalten. Durch den starken Brandgeruch waren Mitbewohner aufmerksam geworden und brachen kurzentsdilossen die Wohnungstür des Appartements auf. Sie fanden den 50jahrigen Mieter bewußtlos am Boden und brachten ihn ins Freie. Die inzwischen eingetroffene Feuerwehr rettete aus einem stark verqualmten Flur 5 weitere Personen, von denen ein 35jähriger Mann, ebenso wie der bewußtlose Mieter der Brandwohnung mit schweren Rauchvergiftungen ins Krankenhaus ge- bracht werden mußte.

Zimmerbrand in der Idsteinerstraße

18.01.1992

Am 18.01.1992 wurde gegen 08:15 Uhr der Einsatzleitstelle der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main ein Zimmerbrand in der Idsteiner Straße im Gallusviertel gemeldet. Die wenig später eintreffenden Einheiten des Löschzuges 3 bemerkten eine leichte Rauchentwicklung aus einer Wohnung im 2. Obergeschoß. Sie drangen in die Wohnung ein und fanden einen 71jährigen Mann leblos am Boden liegend. Der alte Mann war offenbar erstickt. Alles deutete darauf hin, daß im Schlafzimmer der Zweizimmerwohnung schon mehrere Stunden zuvor ein Schwelbrand entstanden war. Noch während der Lösch- und Aufräumungsarbeiten mußten die Feuerwehrleute einem weiteren Hausbewohner erste Hilfe leisten und dafür sorgen, daß er in ein Krankenhaus eingeliefert wurde. Er hatte offenbar vor Aufregung einen schweren Kreislaufkollapps erlitten.

Wohnungsbrand Mainzer Landstraße

19.01.1992

Schon am nächsten Morgen, am 19.01.92 gegen 09:10 Uhr, fanden Feuerwehrleute des 'Löschzuges 5 in einer Paterrewohnung im Stadtteil Nied eine weitere Person, die durch Brandeinwirkung den Tod fand. In der Küche dieser Wohnung war aus ungeklärter Ursache ein Brand ausgebrochan, der sich rasch auf die gesamte Wohnung ausbreitete. Bei der Brandbekämpfung fanden die Einsatzkräfte die 68jährige alleinstehende Mieterin mit starken Verbrennungen in der Küche. Der Arzt des Notarztwagens konnte nur noch den Tod der Frau feststellen. Bei dem Brand entstand ein Sachschaden von DM 100.000,-

Wohnungsbrand Ahornstraße

25.01.1992

Das tragischste Ereignis in der Serie von Wohnungsbränden in Januar 1992 geschah am Samstag, dem 25.01. An diesem Tag wurde die Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main um 06:19 Uhr zu einem Einsatz in die AhornstraBe im Stadtteil Griesheim alarmiert. Dort hatten Hausbewohner Brandgeruch aus einer Wohnung im Erdgeschoß bemerkt. Auch hier drangen die Feuerwehrleute gewaltsam in die Wohnung ein. Dabei stellten sie fest, daß in einem Raum der 3 Zimmerwohnung ein Schwelbrand stattgefunden hatte, der sich bereits wieder in der Erstickungsphase befand. Bei der Erkundung der Räumlichkeiten fanden die Einsatzkräfte in verschiedenen Zimmern eine weibliche und zwei mannliche Personen leblos vor. Die sofort eingeleiteten Wiederbelebungsversuche blieben jedoch erfolglos. Den drei Bewohnern wurde zum Verhängnis, daß alle Fenster und Türen ihrer Wohnung nahezu vollkommen dicht verschlossen waren und nur ganz geringe Spuren von Brandgasen in das übrige Gebäude dringen konnten. Durch diesen Umstand ist es zu erklären, daß der Brand erst mehrere Stunden nach seinem Ausbruch bemerkt wurde. Bei den Einsatzarbeiten verletzte sich ein Feuerwehrmann leicht. Er wurde in einem Krankenhaus ambulant behandelt. Der Sachschaden der bei dem Brand entstand, wird auf DM 70.000,- geschätzt.

Wohnungsbrand - Ausnahmezustand bei der Feuerwehr Frankfurt

12. März Windthorststraße 37

Am Donnerstag, dem 12.03.92 ereignete sich in der, Windthorststraße 37 im Stadtteil Höchst ein Wohnungsbrand ungewöhnlichen Ausmaßes. Dabei wurden neun Feuerwehrbeamte zum Teil lebensgefährlich verletzt. Der Sachschaden wird auf etwa DM 500.000,- geschätzt. Die Alarmierung erfolgte um 16:54 Uhr. Aufgrund der sich dramatisch entwickelnden Einsatzlage, verfügte der Lagedienstleiter in der Einsatzstelle von 17:55 Uhr bis 20:00 Uhr den Ausnahmezustand. Daraufhin wurden u.a. dienstfreie Beamten der Löschzüge 3, 4, 5 und 6 alarmiert.

Einsatzobjekt

Bei dem Einsatzobjekt handelt es sich um ein 19 geschossiges Wohnhochhaus in Stahlbeton- und Mauerwerksbauart, mit zwei Eingängen und zwei Treppenhäusern. Der Hauseingangsbereich Nummer 35 umfaßt pro Etage 16 Wohnungen. Ober einen Flur mit angegliederten Wohnungen besteht in jedem Geschoß eine Verbindung zum Treppenraum des Hauseingangs Nummer 37. Zum Eingangsbereich Nummer 37 sind pro Etage, in einem Stichflur vom Treppenraum zugängig, 6 Appartements angeordnet. Im Treppenraum liegt ein für Krankentragen nutzbarer Aufzug. Zwei weitere Aufzüge befinden sich im Nachbareingang. Rauchschutztüren trennen die Flure von den Treppenräumen ab. Vom 8. Obergeschoß an besitzt jede Etage eine Rauchschutztür als Abtrennung zum Treppenraum. Das Gebäude besitzt eine Brandmeldeanlage mit Druckknopfnebenmeldern, eine nasse Steigleitung mit Wandhydranten und formbeständigen Durckschläuchen sowie eine trockende Steigleitung. Das Hochhaus ist an allen Fensterfronten mit Drehleitern zu erreichen. Die Einsatzgrenze der Drehleiter liegt bei diesem Objekt zwischen dem 8. und 9. Obergeschoß. Bei der Anfahrt über die Windthorststraße konnte der Zugführer des Löschzuges 5 die Ruckseite des Gebäudes überblicken. Es war kein Rauch oder Feuerschein zu sehen. Auch beim Absitzen auf der Eingangsseite konnten die Einsatzkräfte keine Anzeichen eines Brandes erkennen. An diesem Tag herrschte ein sturmischer Westwind mit Böen bis Stärke 8. Eine Hausbewohnerin sagte gegenüber der Feuerwehr aus, daß aus ihrer Wohnung im 13. Obergeschoß aus einem Schacht Rauch ströme.

Einsatzablauf

Der Zugführer entschloß sich zunächst zur Kontrolle des 12. Obergeschoßes. Dort bemerkten die Feuerwehrleute eine leichte Verrauchung im Treppenhaus und im Aufzugsvorraum. Sie öffneten die Rauchschutztür eines Stichflures und stellten fest, daß der Flur stark verraucht war. Der Atemschutztrupp bekam den Auftrag, mit dem Rohr des Wandhydranten zur Menschenrettung und Erkundung vorzugehen. Von Hausbewohnern, die aus dem Nachbarflur des Hauses 35 kamen, wurde die Vermutung geäußert, daß sich noch Menschen in der brennenden Wohnung aufhalten könnten. Die restliche Besatzung des Löschzuges 5 rüstete nun zwei weitere Atemschutztrupps aus und speiste die trockene Steigleitung des Hauses ein. Der Technische Einsatzleiter West und das HLF 4 trafen an der Einsatzstelle ein. Inzwischen hatte der vorgehende Trupp Kontakt zu eingeschlossenen Personen aufnehmen können. In zwei Wohnungen befanden sich jeweils ein Ehepaar, eine Frau war schwanger. In einer weiteren Wohnung hielt sich ein Mann auf. Alle Personen konnten beruhigt werden und wurden veranlasst, sich auf die Loggias zurückzuziehen. Die Brandwohnung war noch nicht lokalisiert. Daraufhin wurden zwei weitere Atemschutztrupps beauftragt, zwei C-Rohre von der trockenen Steigleitung aus vorzunehmen. In diesem Moment meldete der dreiköpfige Angriffstrupp des Löschzuges 5, daß er die Brandwohnung gefunden habe. Der Trupp bekam den Befehl, die Wohnungstür aus der Deckung heraus zu öffnen. Mit einer Axt wurde die Tür eingeschlagen. Sekundenbruchteile soäter kam es zu einem "Flash over" (Stichflammenbildung und Einsturz der Fensterfront des Wohnraumes). Der zu dieser Zeit herrschende Sturm drückte die Stichflammen mit Macht in den Flur und verwirbelte sie. Die im Flur liegenden Feuerwehrmänner wurden trotz ihrer Deckung von den Flammen erfasst und erlitten an den Ohren sowie ihren ungeschützten Wangen- und Halspartien Verbrennungen 2. und 3. Grades. Zwei Truppmänner konnten den Flur verlassen. Mehrere Versuche den noch im Flur liegenden Angriffstruppführer zu erreichen, mußten wegen der enormen Hitzeentwicklung abgebrochen werden. Nun wurden mehrere Rettungstrupps zusemmengestellt die versuchen sollten, in den Flur einzudringen. Aber selbst Versuche mit Flammenschutzanzügen vorzudringen, mußten abgebrochen werden. Erst nachdem sich etwa 30 Minuten später der Feuersturm etwas gelegt hatte, erreichte ein aus 6 Pesonen bestehender Rettungstrupp den eingeschlossenen Beamten. Er lag leicht verletzt in einem toten Winkel neben dem Wohnungseingang der Brandwohnung und konnte aus dem Flur geleitet werden. In diesem Moment verursachte eine erneute Sturmboe eine weitere heftige Stichflamme, die zwei Beamte des Löschzuges 4 erfaßte. Unglücklicherweise war die Kleidung dieser Beamten kurz vorher durch das umherspritzende Wasser eines durchgebrannten C-Schlauches völlig durchnäßt worden. Insbesondere wegen der engen Raumverhaltnisse war die Wärmeeinwirkung auf die in naßer Dienstkleidung kauernden Beamten so intensiv, daß sie schwere Verbrühungen erlitten. Den Kollegen gelang es die beiden aus dem Flur zu ziehen und sie der Besatzung des NAW 6 ^ zur Erstversorgung zu übergeben. Der am schwersten verletzte ^ Beamte wurde im lebensgefährlichen Zustand vom Rettungshubschrauber "Christoph 2", dessen Pilot angesichts der stürmischen Verhältnisse beim landen und starten eine Meisterleistung vollbrachte, ins Stadtkrankenhaus Offenbach gebracht. Während dieser Rettungsaktion mußten von Einsatzkräften der Löschzüge l, 3 und 4 etwa 100 Personen aus dem Gebäude gebracht werden, weil der immer stärker werdende Rauch von dem Sturm durch die Rauchschutztüren gedrückt wurde und sich über mehrere Etagen verteilte. Dabei mußten die Feuerwehrbeamten einem älteren Ehepaar, das sich auf der Loggia ihrer im 12. Stock befindlichen Wohnung aufhielt, besondere Aufmerksamkeit widmen. Die beiden hatten schon den Entschluß gefaßt, sich mit Bettlaken in die 11. Etage abzulassen. Sie konnten nach längerer Zeit von diesem Vorhaben abgebracht und beruhigt werden. Gegen 19.30 Uhr gelang es zwei Trupps in den Flur der Brandwohnung vorzudringen. Sie öffneten eine Wohnungstür mit der Axt und schufen so eine Querlüftung. Sie konnten nun das Feuer mit dem C-Rohr löschen. Daraufhin konnte auch das auf ihrer Loggia abgeschnittene Ehepaar in Sicherheit gebracht werden.

Eingesetzte Kräfte

Technischer Einsatzleiter West Löschzug 5 mit HLF, LB, TROWA und GTLF; Besatzung: 1:14 Löschzug 4 mit HLF, LB, TLF; Besatzung: 1:13 Löschzug 3 mit HLF, DLK,'TROWA; Besatzung: 1:12 TROWA l Besatzung: 1:2 GW 33 mit mehreren I-Saugern; Besatzung: 1:0 NAW 5, NAW 6, RTH, Krankenbus (Besatzung: 1:1) Versorgungszug mit WLA-Küche und Betreuungsanhänger; Besatzung 1:1 Freiwillige Feuerwehren Höchst (1:6), Sossenheim (1:9), Niederrad (1:8)

Brandursache

Von der Brandursachenermittlung der Kripo Frankfurt (K 43) wurde ein durchgebrannter Trafo einer 12 Volt Halogenleuchte als Brand- auslöser ermittelt. Der Trafo befand sich vermutlich im Bett- kasten. Das Elektrobauteil war auf der Primärseite immer unter Spannung. Nur der 12-Volt Stromkreis konnte mit einem Schalter unterbrochen werden.

Erdbeben in Frankfurt registriert

13. April 1992

In den frühen Morgenstunden des 13.04.92 wurden in Frankfurt a.M. leichte Erdstöße wahrgenommen, die bei vielen Menschen Angst und Schrecken auslösten. Zahlreiche besorgte Bürger riefen in der Einsatzleitstelle über Notruf 112 an und fragten, was passiert sei. Die Feuerwehrleute in der ELS konnten die Menschen beruhigen und stellten fest, daß keine Schaden registriert wurden. Lediglich einige Feuermeldeanlagen "spielten verrückt" und signalisierten Falschmeldungen.

Gaststättenbrand in Kalbach

20 Mai 1992: Am Hang

Ein Toter und ein Sachschaden von DM 8OO.OOO,- waren die Folge eines Brandes in einer Pizzeria im Stadtteil Kalbach in der Nacht zum 20.05.92. Gegen 01:14 Uhr erschreckte eine starke Explosion die Bewohner des im Norden der Stadt liegenden Vorortes, unmittelbar danach stand die Pizzeria "Swinky" in der Straße Am Hang in hellen Flammen. Als die Feuerwehr eintraf, bemühten sich schon Nachbarn mehrere auf das Dach des brennenden Hauses geflüchtete Personen zu retten. Die Feuerwehrleute brachten sofort mehrere Leitern in Stellung über die sie zwei Frauen vom Dach in Sicherheit bringen konnten. Weitere Hausbewohner konnten über einen rückwärtigen Treppenraum ins Freie flüchten. Inzwischen wurde der Löschangriff auf die total in Flammen stehende Gaststätte eingeleitet. Der Brand hatte bereits auf die Dachkonstruktion übergegriffen. Auch zwei vor dem stehende Pkw's wurden von den Flammen erfaßt und brannten vollständig aus. An Fassade des gegenüberliegenden Hauses entstand durch bei der Explosion umherschleuderte Teile erheblicher Schaden. Mit insgesamt 10 Rohren, die zum Teil über zwei Leiterbühnen vorgenommen wurden, konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht und gelöscht werden. Bei den anschließenden Aufräumungsarbeiten fanden die Feuerwehrleute die total verkohlte Leiche eines Mannes. Wie sich später herausstellte, handelte es sich um einen Angestellten der Pizzeria. Als Brandursache wird ein Anschlag vermutet.

Pfusch am Bau gefährdet Hausbewohner

04. September 1992 Berger Straße

Selbst altgediente Feuerwehrleute waren erstaunt, als sie am frühen Morgen des 04.09.92 an einem Hofgebäude in der Berger Straße ankamen. Arbeiter hatten hier in den vergangenen Tagen umbauarbeiten vorgenommen, die als ein klassisches Beispiel von "Pfusch am Bau" Eingang in jede Lehrstunde für Bauarbeiter finden könnten und zudem eine akute Gefahr für die Bewohner des Hauses darstellten. Im Erdgeschoß des zweigeschossigen Hauses mit einer Grünfläche von ca. 40 x 15 Meter hatten Arbeiter, offenbar in der Absicht einen großen zusammenhängenden Raum zu bekommen, fast alle tragenden Bauteile, wie Stützen und Wände, abgebrochen. In den im Obergeschoß befindlichen zwei Wohnungen hielten sich 3 Personen auf. Diese Hausbewohner alarmierten auch gegen 00:10 Uhr die Feuerwehr, weil ihnen der Aufenthalt in ihren Wohnräumen allmählich zu gefährlich vorkam. Der Fußboden bewegte sich unter ihren Schritten immer heftiger und langsam begann er auch, sich um mehrere Zentimeter abzusenken.

Die Feuerwehrleute erkannten sofort, daß die Decke akut einsturzgefährdet war und brachten die Bewohner unverzüglich aus dem Gefahrenbereich. Ein hinzugezogener Statiker der Bauaufsichtsbehörde erklärte das Haus für unbewohnbar und veranlasste noch in der Nacht eine Sperrung und Versiegelung der Zugänge. Die drei Bewohner wurden vorübergehend bei Verwandten untergebracht.

Zwei Tote bei Hubschrauberabsturz

12. Oktober 1992 Südfriedhof

Beim Absturz eines privaten Hubschraubers kamen am 12.10.92 gegen 11:00 Uhr der Pilot und eine Fotografin ums Leben. Der Hubschrauber, der einer Firma aus Augsburg gehört, war für Luftaufnahmen im Stadtteil Sachsenhausen von einem Hotel angemietet worden. Aus unbekannten Gründen geriet die Maschine in Höhe des Südfriedhofs außer Kontrolle. Nach Augenzeugenberichten versuchte der Pilot offenbar noch eine Notlandung innerhalb des Friedhofs, indem er das Fluggerät durch sogenannte Eigenrotation zu Boden gleiten lassen wollte.

< zum Jahr 1993
zur Übersicht
zum Jahr 1991 >