| Gasexplosion in einem Wohnhaus in der Ibenstädter Straße.
23.01.1991 Einen Toten und drei Schwerverletzte forderte in den frühen Morgenstunden des 23. 01. 1991 eine Gasexplosion im Frankfurter Stadtteil Bornheim. Ursache war eine Manipulation an der Gasleitung, die der getötete 24-jährige in Freitodabsicht vorgenommen hatte. Das 5-geschossige Wohnhaus wurde schwer beschädigt, zahlreiche Fensterscheiben gingen im Umkreis zu Bruch. Alarmierung: Mehrere Anrufe um 03.17 Uhr bei der Einsatzleitstelle der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main liessen auf ein grösseres Ereignis schliessen. Daraufhin wurden der zuständige Löschzug, mehrere RTW und ein NAW zur Einsatzstelle in die Ilbenstädter Strasse entsandt. Lage: Bei der als Einsatzstelle angegebene Adresse war zunächst von einer Explosion wenig zu sehen. Lediglich herumliegende Glassplitter liessen dies Ereignis erahnen. Erst von der Rückseite des Hauses war der tatsächliche Schaden erkennbar. Das gesamte 4. und 5. Obergeschoss des Hauses zur Hofseite war zerstört. Bei der Erkundung im Inneren des Gebäudes wurden drei schwerverletzte Personen entdeckt, die noch unter Trümmern eingeklemmt waren. Einsatzablauf Zur Rettung der Eingeklemmten wurden hydraulische Rettungsspreizer und Luftheber eingesetzt. Da nicht auszuschließen war, dass noch weitere Personen unter den Trümmern lagen, wurde eine Suchhundstaffel angefordert. Diese Massnahme hatte am frühen Morgen Erfolg. Ein Suchhund hatte angeschlagen. Jedoch konnte der anwesende Notarzt nur noch den Tod des Verschütteten feststellen. Nachdem die Leiche geborgen war, wurde mit den Aufräumungsarbeiten begonnen. Ein Schornstein drohte einzustürzen; er wurde mit einem Greifzug umgezogen, nachdem das Gebäude vorsorglich gesichert worden war. Die durch Trümmer stark belasteten Decken mussten abgestützt werden. Explosion, Hanauer Landstraße, Firma Cassella. 31.01.1991 Am 31. Januar 1991 kam es im Chemiewerk Casselle, einer Tochtergesellschaft der Hoechst AG, zu einer Explosion mit Folgebrand und sehr hohem Sachschaden. Objekt Im Osten der Stadt Frankfurt am Main liegt im Stadtteil Fechenheim das Chemiewerk Cassella. Die Liegenschaft wird östlich vom Main, nördlich von der Hanauer Landstraße, westlich von Industriebebauung und südlich vom Wohngebiet Fechenheim eingegrenzt. Das von der Explosion betroffene Gebäude besteht aus einem Altbau, Abmessung 32 Meter x 61 Meter, teilunterkellert sowie einem angebauten Technikgebäude, Abmessung 22 Meter x 36 Meter. Die Trennung von Alt- und Neubau erfolgte durch eine Brandwand nach DIN, die 1 Meter über das Dach hinausgezogen ist. Werkseitig hat das Fabrikationsgebäude, in dem Zwischenprodukte der Farb- und Planzenschutzmittelproduktion hergestellt werden, die Bezeichnung E 51 Das gesamte Gebäude E 51 ist gemäss Explosionsschutz-Richtlinien ausgerüstet. Alle Stahlstützen und Dachbinder sind mit einer an die normale Wasserversorgung angeschlossenen Berieselungsanlage (Lechnerdüsen) geschützt. Zur Druckerhöhung ist eine Pumpe installiert. Die notwendigen Lüftungsschächte sind in L90-Ausführung abgemauert bzw. verkleidet. Alle Durchführungen durch die Brandwände sind nach DIN ausgeführt, ebenfalls sämtliche Brandschutztore und -türen. Alarmierung: Um 20.26 Uhr gingen mehrere Notrufe bei der Berufsfeuerwehr ein. Gleichzeitig ging eine Meldung der Werkfeuerwehr Cassella ein mit dem Hinweis, daß im Fabrikationsgebäude E 51 eine Explosion mit Folgebrand stattfand. Daraufhin rückte der Löschzug 1 mit Grosstanklöschfahrzeug, der Rüstwagen Umwelt und ein Rettungswegen zur Einsatzstelle aus. Der Technische Einsatzleiter (TE Ost), der gleichzeitig mitalarmiert wurde, gab aufgrund der sich über dem Werksgelände auftürmenden Rauchwolke noch während der Anfahrt zur Einsatzstelle zweiten Alarm. Es wurden die Löschzüge 6 und 2 sowie die Freiwillige Feuerwehr Fechenheim nachalarmiert. Lage: Der um 20.34 Uhr mit dem Löschzug 1 an der Einsatzstelle einge troffene Technische Einsatzleiter stellte folgende Lage fest: Sämtliche im Gebäude befindlichen Personen (insgesamt 6) konnten sich unverletzt in Sicherheit bringen; das Gebäude E 51 steht in voller Ausdehnung in Flammen; Nachbargebäude stehen über Rohrleitungsbrücken mit dem Gebäude E 51 in Verbindung; östlich des Gebäudes E 51 befindet sich eine Lagerhalle, in der Chlorgasflaschen und -fässer sowie Zwischenprodukte aus dem Gebäude E 51 gelagert werden; die Werkfeuerwehr Cassella ist mit hauptamtlichen und freiwilligen Kräften dabei, einen ersten Löschangriff aufzubauen. Aufgrund dieser Lagefeststellung wurde dritter Alarm ausgelöst und die Rückmeldung 'Brennt Fabrikationsgebäude nach Explosion in voller Ausdehnung, Werkfeuerwehr und Berufsfeuerwehr mit Leiterbühne und mehreren B- und C-Rohren im Einsatz' abgesetzt. Daraufhin werden der Löschzug 3, verschiedene Sonderfahrzeuge, Sanitätseinheiten der BF und der Sanitätsorganisationen sowie die Freiwilligen Feuerwehren Bergen, Enkheim, Seckbach, Oberrad und Berkersheim alarmiert. Ein zweiter Technischer Einsatzleiter (TE West) wird mitalarmiert. Bei der näheren Erkundung kommt es im nördlichen Bereich des Gebäudes E 51 zu einer weiteren Explosion. Brandstiftungen, Kaufhäuser auf der Zeil. 20.02.1991 In den Abend- und Nachtstunden des 20. Februar 1991, zwischen 20.00 Uhr und 03.10 Uhr, sind in den Kaufhäusern auf Frankfurts Haupteinkaufsstrasse "Zeil" mit Vorsatz gelegte Brände ausgebrochen, die noch vor Eintreffen der Berufsfeuerwehr durch Sprinkleranlagen gelöscht werden konnten. Kaufhof - Innenstadt, Zeil 116 Im ersten Obergeschoss des Kaufhauses, in der Herrenbekleidungsabteilung, hatte ein vorsätzlich gelegter Brandsatz gezündet und mehrere auf einem Ständer hängende Anzüge in Brand gesetzt. Durch Einsatz eines Pulverlöschers, vorgenommen von noch im Gebäude anwesenden Reinigungskräften, und einer ausgelösten Sprinklerdüse wurde der Brand noch in der Entstehungsphase gelöscht. Die Tätigkeit der Berufsfeuerwehr beschränkte sich deshalb, neben Aufräumungsarbeiten, auf eine, allerdings sehr intensive Nachschau. Der Sachschaden wurde auf ca. 400.000 DM geschätzt. Peek und Cloppenburg, Zeil 71 1,5 Stunden nach dem Einrücken von dem oben geschilderten Einsatz wurde der Löschzug 1 erneut über eine Feuermeldung auf die Zeil gerufen: diesmal zum Textilkaufhaus Peek und Cloppenburg. Auch hier hat ein vorsätzlich gelegter Brandsatz gezündet und Damenoberbekleidung im 2. Obergeschoss in Brand gesetzt, die durch zwei ausgelöste Sprinklerdüsen gelöscht werden konnten. Die Brandentwicklung war dennoch so umfangreich und die Brandrauchausbreitung so intensiv, dass das Kaufhaus vom 1. bis zum 3. Obergeschoss stark verqualmt war und die Berufsfeuerwehr erst unter Einsatz von Pressluftatmern den Brand orten konnte. Hertie - Innenstadt, Zeil 90, am 21. 02. 1991 Der Löschzug 1 war gerade wieder von dem geschilderten Brandeinsatz eingerückt, als um 03.07 Uhr des 21. 02. 1991 über die selbsttätige Brandmeldeenlage des Kaufhauses Hertie erneut ein Schadensfeuer auf der Zeil gemeldet wurde: In der Lederwarenabteilung im Erdgeschoss waren durch vorsätzliche Brandstiftung Koffer in Brand geraten, die allerdings auch hier noch vor Eintreffen der Berufsfeuerwehr von der Sprinkleranlage gelöscht wurden. Höchster Batterie, Hochzeitskutsche im Main. 10.08.1991 Nach der kirchlichen Trauung eines Hochzeitspaares war vorhergesehen, die anschliessende Feier in einem am Höchster Mainufer liegenden Hotelschiff stattfinden zu lassen. Das Paar wurde deshalb mit einer Pferdekutsche zum Main gefahren. Nachdem der Kutscher das Hochzeitspaar abgesetzt hatte, wollte er seine Kutsche am Ufer wenden. Das Manöver missglückte aber , und die Kutsche rutschte rückwärts samt der zwei Zugpferde in den Main. Glücklicherweise konnten die Pferde, dank des an dieser Stelle niedrigen Wasserstandes, stehend auf ihre Rettung warten. Mit Kranwagen, Feuerlöschboot und einem Pferdehebgeschirr rückte die Feuerwehr an. Ihr gelang es recht schnell, die Kutsche aus dem Wasser zu bergen. Die Pferde aber, wohl geschockt, widersetzten sich ihrer Rettung, so dass sie erst, nachdem eine Tierärztin Beruhigungsspritzen verabreicht hatte, mit Hilfe eines Pferdehebgeschirrs am Kranwagen aufs Trockene gehoben werden konnten. Tätlicher Angriff auf RTW-Besatzung Nordweststadt 06.10.1991 In die' Wohnung eines 23-jährigen Drogenabhängigen wurde die Besatzung eines Rettungswagens der Berufsfeuerwehr gerufen: der junge Mann war als "hilflose Person" gemeldet worden. Bei ihrem Eintreffen im sechsten Obergeschoß eines Wohnhauses war der Patient nicht im üblichen Sinne hilflos: er bedrohte die Rettungssanitäter und griff sie tätlich an, so daß die RTW-Besatzung flüchten mußte. Auf dem Weg zum Rettungswagen, um über Funk Hilfe zu holen, wurden die Sanitäter fasst von der eigenen Krankentrage getroffen, die sie auf ihrer Flucht im Laubengang vor der Patientenwohnung zurück lassen mussten. Der junge Mann hatte die 6.000.-- DM teuere Trage, die wie ein Speer im Rasen stecken blieb, vom sechsten Obergeschoss nach der RTW-Besatzung geworfen. Erst die mit drei Streifenwagen anrückende Polizei konnte den 23-jährigen überwältigen, der bis zum Eintreffen seine Wohnung demoliert hatte. Brand im Wohnhochhaus, 3 Tote, Im Haisenrath 12.10.1991 Ein abisoliertes Stromkabel war nach Ermittlungen der Kriminalpolizei die Ursache für einen Wohnungsbrand im B. Obergeschoß eines Hochhauses dem drei Menschen zum Opfer fielen. Um 03.30 Uhr wurde die Feuerwehr zu dem Hochhaus gerufen, schon auf der Anfahrt war der Feuerschein weit sichtbar. Bei ihrem Eintreffen fand der Löschzug eine männliche Person auf der Feuerwehrumfahrt liegend vor, der NAW-Arzt konnte nur noch den Tod feststellen. Ober den Treppenraum, unter Verwendung der Steigleitung, und über eine Leiterbühne, deren Zufahrt durch parkende Autos zunächst verstellt war, wurde jeweils ein C-Rohr zur Brandbekämpfung vorgenommen. Der erste Rettungstrupp der Feuerwehr entdeckte in der 1 1/2 Zimmerwohnung zwei Männer, die verbrannt bzw.. erstickt waren. Wie sich später herausstellte, waren nach einem Trinkgelage dreier Männer der Wohnungsbrand im Flurbereich ausgebrochen und hatte sich in die anderen Zimmer ausgedehnt. Der Fluchtweg war versperrt, so dass sich einer der drei Männer auf dem Balkon flüchtete, als er auch dort von den Flammen bedroht war, in die Tiefe sprang. Die beiden anderen Opfer wurden vom Brand offensichtlich im Schlaf überrascht. Hilflose Person in verschlossener Wohnung, Adalbertstraße 45 29.12.1991 Zu einer nicht alltäglichen Rettungsaktion musste am Sonntagmorgen die Besatzung der Feuerwache 4 ausrücken. Kurz vor 8.00 Uhr hatten Bewohner eines Hauses in der Adalbertstraße die Einsatzleitstelle der Berufsfeuerwehr davon verständigt, daß aus einer im 1. Stock ihres Hauses gelegene Wohnung Klopfgeräusche und Hilferufe zu hören seien. Die sofort alamierten Einsatzkräfte der Feuerwehr trafen schon nach zwei Minuten ein und stellten fest, daß die gut gesicherte Wohnungstür nur unter schwierigen Umständen aufzubrechen wäre. Sie entschlossen sich daher durch ein Fenster in die Wohnung einzudringen. In der Küche fanden die Feuerwehrleute dann die 84-jährige Mieterin in einer äußerst misslichen Lage vor. Die alte Frau hatte wahrscheinlich schon am Samstagabend ihren Küchenschrank reinigen wollen. Als sie das Geschirr aus dem Oberteil des Schrankes räumte, kippte dieses um und begrub die Frau unter sich. Zu allen Unglück geriet die Frau dabei auch noch in einen schmalen Spalt zwischen Schrank und Küchenherd. In dieser Lage musste sie nun bis zum Sonntag ausharren, da ihre verzweifelten Hilferufe erst am Morgen von den Nachbarn vernommen wurden. Die Feuerwehrbeamten befreiten die Dame, die sich bei diesem ungewöhnlichen Ereignis glücklicher Weise keine ernsthaften Verletzungen zugezogen hatten. Sie konnte nach einer Erstversorgung durch das Personal des Rettungswagens in die Obhut ihres mittlerweile verständigen Sohn übergeben werden. |
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