| Orkaneinsätze, Stadtgebiet Frankfurt am Main
Februar 1990 Die im Februar 1990 über Mitteleuropa hinweg fegenden orkanartiqen Stürme stellten infolge der durch sie entstandenen Verwüstungen die Feuerwehren vor vielfältiqe Aufgaben. Für das Stadtgebiet Frankfurt am Main galt es, insgesamt ca 1.450 Einsätze abzuwickeln. Da dies von der Berufsfeuerwehr allein nicht durchzuführen war, wurden die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt sowie das Technische Hilfswerk mit eingesetzt. Besonders tragisch für die Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main war das Ableben des Oberbrandmeisters Siegfried Steinheimer. Steinheimer war mit zwei weiteren Feuerwehrkameraden seines Wohnortes Dudenhofen mit der Freiwilllgen Feuerwehr Dudenhofen eingesetzt, die Landstraße 3121 zwischen Rodgau - Dudenhofen und Seligenstadt zu räumen. Sie hatten den Einsatz gerade beendet und wollten zurück zu ihrem Löschfahrzeug, als ein großer Laubbaum auf die Straße stürzte und die drei Männer traf. Steinheimer erlitt schwerste Verletzungen und verstarb noch an der Unfallstelle. Die beiden anderen Feuerwehrkameraden wurden ebenfalls verletzt, davon einer schwer. Siegfried Steinheimer gehörte der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main seit 1981 an und war zuletzt als Lehrtaucher im Wasserrettungszug der Feuerwache 3 eingesetzt. Neben erheblichen Sachschäden kam es im Stadtgebiet Frankfurt am Main zu Todesfällen von denen einer durch einen umstürzenden Baum verursacht wurde. Der auf die Fahrbahn stürzende Baum begrub einen mit zwei Personen besetzten PKW unter sich. Der Fahrer und die Beifahrerin wurden im PKW eingeklemmt und mußten mit Rettungsspreizer und -schere aus dem Fahrzeugwrack befreit werden. Während bei dem Fahrer vom NAW-Arzt der Tod festgestellt wurde, konnte die Beifahrerin schwerverletzt gerettet und in ein Krankenhaus gebracht werden. Der umgestürzte Baum wurde zerkleinert und mit Hilfe des Kranwagens 2 von der Fahrbahn geräumt. Einsatztag: 03.02.1990 Einsatzzeit/Ende: 20.06 Uhr / 22.00 Uhr Einsatzort: Friedrich-Ebert-AnLage Einsatzart: Person eingeklemmt Eingesetzte Fahrzeuge: 1 HLF, 1 KW, 1 ELW, 1 LB, 1 RW-S Verletzte/Tote: 1 / 1 Feuer, Hasengasse 10 Mittwoch, dem 07.03.1990 Ein explosionsartiger Knall, begleitet vom Geräusch splitternden Glases, Schreie, Hilferufe, Feuer, Rauch und auf der Straße liegende verletzte Menschen am 07. März 1990 um 20.39 Uhr, Hilferuf an die Frankfurter Feuerwehr: "Hasengasse 10, Feuer, Menschen in Gefahr!" Im koreanischen Spezialitätenrestaurant "KORYO" in der City war ein Feuer ausgebrochen. Elf Tote und sieben Verletzte sowie Sachschaden in Höhe von mehr als 500.000 DM - das ist die traurige Bilanz dieses tragischen Geschehens. Alarmierung Die erste Alarmmeldung ging um 20.39 Uhr über einen öffentlichen Fernsprecher ein. Wortlaut der Meldung: "Hasengasse 10, Feuer, Menschen in Gefahr!" Weitere Anrufe folgten. Eine derartige Alarmmeldung hatte zur Folge, daß sofort zwei komplette Löschzüge (bestehend aus HLF, LB und TROWA), der Gas- und Atemschutzzug, zwei Notarztwagen und zwei RTW unter Leitung des Technischen Einsatzleiters zu der etwa 1,5 km entfernten Einsatzstelle ausrückten. Schon beim Verlassen der Feuerwache 1 - Hanauer Landstraße 77 - war für die Einheiten ein dicker, schwarzer Rauchpilz über der Innenstadt zu erkennen, der sich deutlich gegen den Nachthimmel abhob. Um 20.41 Uhr waren die ersten Einheiten (Technischer Einsatzleiter und Löschzug 1) an der Einsatzstelle. Bei Ankunft des ersten Löschzuges lagen bereits drei Männer schwerverletzt vor dem Brandobjekt auf der Straße. Die Besatzung eines bereits anwesenden RTW war dabei, die Verletzten aus dem Trümmerschatten zu ziehen und Erste Hilfe zu leisten. Außerdem hatte sich zwischenzeitlich ein verletztes siebenjähriges Mädchen eingefunden. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite bemühte sich ein Polizist um ein etwa fünfjähriges verletztes Mädchen. Es war offenkundig, daß diese Menschen aus dem Lokal im 1. Obergeschoß gesprungen waren. Aus zerschlagenen Fenstern im 1. Stock drang dicker, schwarzer Rauch, dem ab und zu helle Stichflammen folgten. Am Ende des 12 m langen Stichflures im Erdgeschoß des Brandobjektes war heller Feerschein zu erkennen. Das gesamte Brandobjekt, aber auch die benachbarten Gebäude waren total verraucht; die Bewohner der angrenzenden Gebäude waren auf die Straße gelaufen und riefen um Hilfe, weil sie ein Übergreifen des Feuers befürchteten und starker Rauch durch geöffnete Fenster zum Lichthof in die Treppenräume gedrungen war. Das Feuer hatte zu diesem Zeitpunkt bereits das gesamte Lokal, den Küchenbereich, internen Treppenraum und alle unmittelbar angrenzenden Räume erfaßt. Einsatzablauf Im Hinblick darauf, daß die Versorgung der Verletzten sichergestellt war und die Zug um Zug eingetroffenen NAW- und RTW-Besatzungen den Abtransport zu den Kliniken übernommen hatten, erfolgte sofort die Suche nach weiteren Menschen unter gleichzeitiger Brandbekämpfung durch den Löschzug 1. Über die Leiterbühne 1 wurde im Schnellangriff ein HD-Rohr sowie über Verteiler ein C-Rohr zum 1. Obergeschoß vorgenommen. Gleichzeitig erfolgte ein Innenangriff mit zwei C-Rohren zum internen Treppenraum und von dort - wegen der zerstörten Treppen - über Steckleiterteile zum 1. Obergeschoß; alle vorgehenden Trupps waren mit schwerem Atemschutz ausgerüstet. Eine Benutzung des Haupttreppenraumes war erst möglich, nachdem im Erdgeschoß der Schließzylinder aufgebrochen und das Schloß entriegelt war. Zwischenzeitlich waren die Verletzten abtransportiert worden, so daß über die DLK 2 ein zweites HD-Rohr eingesetzt werden konnte. Während der geschilderten Entwicklungsphase wurde die gesamte Verglasung der Fensterfront durch Brandeinwirkung zerstört. Die Glasteile stürzten großflächig ab und zerstörten teilweise das Schlauchmaterial. In dieser Phase wurde unterstützend ein S-Rohr vom TROWA 1 eingesetzt. Die Gruppe des Löschzuges 2 hatte den Auftrag übernommen, die angrenzenden Gebäude unter schwerem Atemschutz abzugehen und Beruhigungs-, erforderlichen falls Rettungsmaßnahmen für gefährdete Menschen einzuleiten; problematisch war die Rauchverteilung über dem Lichtschacht. Von den Gasmeßtrupps wurden ständig Messungen durchgeführt und dokumentiert (CO-Werte > 300 ppm). Schließlich wurde die Löschwasserversorgung über zwei B-Zubringer von verschiedenen Unterflurhydranten von der TROWA 6-Besatzung sichergestellt. Gleich zu Beginn der Brandbekämpfung wurde von der Besatzung der LB 1 eine auf der Fensterbrüstung liegende Frau wahrgenommen; für sie kam jegliche Hilfe zu spät. Die zwischenzeitlich in das Lokal vorgedrungenen Rettungstrupps machten eine grausame Entdeckung: von den Gästen war niemand mehr am Leben. Parallel zu dem bis hier beschriebenen Einsatzablauf waren durch die im Innenangriff über den Stichflur vorgehenden Trupps im Hof der Liegenschaft zwei Männer über eine Leiter leicht verletzt von einem Flachdach gerettet und einem RTW übergeben worden. Beide waren, durch die Flammen von einem anderen Rückweg abgeschnitten, aus dem Küchenfenster auf ein benachbartes Flachdach gesprungen; sie gehörten zum Küchenpersonal des "KORYO". In dem Lokal wurden ingesamt fünf Frauen, fünf Männer und ein Kind Tod aufqefunden. Der Tod wurde durch den Polizeiarzt festgestellt. Wie die Obduktion später ergab, lag in allen Fällen Kohlenmonoxidvergiftung vor. Zeitgleich zur Brandbekämpfung und der Suche nach Überlebenden war eine Reihe von Maßnahmen erforderlich: - Die Flüssiggasanlage wurde abgeschiebert, - die Mordkommission und das Kommissariat für Brandursachenermittlung (K 11 und K 43) wurden angefordert, - die Polizei ihrerseits forderte das Bundeskriminalamt an, - die Maingaswerke erhielten den Auftrag, eine möglicherweise vorhandene Gaseinführung zu suchen und Messungen durchzuführen. (Es wurde festgestellt, daß weder ein Hausanschluß noch eine Leckage der Hauptversorgungsleitung vorlagen.) - Um den Wasserschaden für die daruntergelegenen Ladengeschäfte so gering wie möglich zu halten, wurde das Löschwasser mit Industriesaugern aufgenommen. Brandursache Nach dem vorläufigen Ermittlungsergebnis der Kriminalpolizei bzw. des Landeskriminalamtes ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, daß die Brandentstehungsstelle im Büro- und Personalraum unter der Treppe lag. Hier wurden Anhaltspunkte gefunden, die auf fahrlässigen Umgang mit glimmenden Tabakresten oder aber unbeaufsichtigtes Licht in Form einer Wachskerze hindeuten. Wer dort logiert hat, steht nach dem derzeitigen Ermittlungsstand noch nicht fest. Nach dem ersten Schadensbild, das sich an der Einsatzstelle bot (Totalbrand des Lokals, Hinweis von Zeugen auf einen Knall, verbrannte Personen, großflächig zerstörte Verglasung usw.), mußte zunächst von einer Explosion oder Verpuffung mit Folgebrand ausgegangen werden. Erst die Ermittlungen der Polizei führten nach einigen Tagen zu dem eingangs erwähnten Ergebnis. Die Brandbekämpfung erfolgte mit drei C-Rohren, einem S-Rohr und zwei HD-Rohren unter Verwendung von 20 PA. Die Einsatzstelle wurde mit acht Flutlichtscheinwerfern ausgeleuchtet. Eingesetzt waren neben dem Technischen Einsatzleiter die Löschzüge 1 und 2, TROWA 6, Atemschutzzug, NAW 2 und 6 sowie 6 RTW. Von der Berufsfeuerwehr waren 34 Beamte, von den Hilfsorganisationen 12 Helfer im Einsatz. Alarmierungszeit: 20.39 Uhr An der Einsatzstelle: 20.41 Uhr Feuer unter Kontrolle: 21.17 Uhr Feuer aus: 21.37 Uhr Tode / Verletzte: 11 / 7 Der Hessische Minister des Innern, Gottfried Milde, der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main, Dr. Volker Hauff, der Dezernent des Dezernats Umwelt, Energie und Brandschutz, Tom Koenigs, Polizeipräsident Dr. Gemmer, Staatsanwältin Pfendt und von den Maingaswerken Herr Reinheimer. Die Gesamte Einsatzleitung der Feuerwehr hatte der Direktor der Branddirektion Frankfurt am Main, Dipl.-Ing. Günther Burbaum. Feuer, Paquetstraße - US-Gebäude - Freitag, dem 30.03.1990 Starke Rauchentwicklung aus dem Keller eines Wohngebäudes der US-Wohnsiedlung Platen-Aerea veranlaßte Bewohner, über die US-Feuerwehr die Berufsfeuerwehr zu alarmieren. Bei der Erkundung wurde festgestellt, daß in drei nebeneinanderliegenden Haushaltungskellern Möbel, Hausrat, Unrat, Autoreifen u.a. brannte. Da das gesamte Gebäude stark verraucht war, wurden sämtliche Einsatzmaßnahmen unter umluftunabhängigem Atemschutz durchgeführt. Zur Brandbekämpfung wurden zwei C-Rohre vorgenommen. Auf Anfrage erklärte der von der Berufsfeuerwehr an der Einsatzstelle eingetroffene Bedienstete der US-Feuerwehr, daß keine Personen mehr im Gebäude sind. Aus Sicherheitsgründen wurde ein Trupp zur Überprüfung des Gebäudes eingesetzt. Zur Belüftung des Gebäudes wurden zwei Großraumentlüfter eingesetzt. Da keine technischen Mängel als Brandursache vorgefunden wurden und es in den Tagen zuvor schon zweimal in den gleichen Kellerräumen brannte, kann von vorsätzlicher Brandstiftung ausgegangen werden. Zur weiteren Ermittlung wurde die US-Militärpolizei eingeschaltet. Meldezeit/Ende: 13.35 Uhr / 15.10 Uhr Einsatzaort: Paquetstraße, US-Gebäude 2247 Einsatzart: Kellerbrand Entstehungsursache: Vorsätzliche Brandstiftung Eingesetzte Fahrzeuge BF: LZ 7, LZ 4, ASZ, TE, 1 RTW, 1 NAW Eingesetze Kräfte BF: 26 Eingesetzte Fahrzeuge FF: LF 16 Eingesetzte Rohre: 2 C-Hohre Anzahll der Atemschutzgeräte: 12 PA Sachschaden: ca. 200.000 DM Gefahrgut-Einsätze, Hauptgüterbahnhof Frankfurt am Main, 1990 Im Jahre 1990 mußte die Berufsfeuerwehr zu rund 50 Hilfeleistungseinsätzen auf Bundesbahngelände ausrücken. Dabei kam es im Bereich des Hauptgüterbahnhofes zu 15 Gefahrgutunfällen, von denen die interessantesten Einsätze nachfolgend beschrieben sind. Einsatztag: 06.04.1990 Meldezeit/Ende: 21.16 Uhr / 05.00 Uhr Einsatzort: Hauptgüterbahnhof Einsatzart: Ausgeflossene Säure Entstehungsursache: Mangelhafte Sicherung/Rangierarbeiten Eingesetzte Fahrzeuge: 3 HLF, 1 ELW, ASZ, 1 RW-U, 1 WL-Gefahrgut, 1 RADL, 1 GW, 1 GTLF 6/7, 4 RTW, 1 NAW Eingesetzte Kräfte: 47 Feuerwehrbeamte, 4 Rettungssanitäter (Sanitätsorganisation), 1 Notarzt Einsesetzte Rohre: 1 C-Rohr Eingesetzte Atemschutzgeräte: 16 PA, 16 Vollschutzanzüge Verletzte: 5 Bedienstete der DB Bei Rangierarbeiten wurden mehrere mit je 200 Liter Flußsäure gefüllte Fässer beschädigt und Säure floß aus. Austretende Säuredämpfe veranlaßten DB-Bedienstete, die Berufsfeuerwehr zu alarmieren. Ausgerüstet mit umluftunabhängigem Atemschutz und Vollschutzanzügen wurde die Ladung, 80 Fässer 75prozentiger Flußsäure, überprüft. Zwischenzeitlich wurden 5 DB-Bedienstete, die über starke Reizung der Atemwege klagten, vorsorglich zur Beobachtung in ein Krankenhaus transportiert. Mehrere defekte Fässer wurden mittels Faßwendegerät in Überfässer gestellt. Weitere 30 mit Flußsäure benetzte Fässer wurden mit Neutralisationsmittel gesäubert. Alle Fässer wurden entladen und der Güterwaggon mittels Neutralisationsmittel und Wasser gereinigt. Zum Schluß wurden alle unbeschädigten Fässer wieder verladen und ordnungsgemäß gesichert. Der Waggon wurde auf ein Nebengleis abgestellt. Der gesamte Einsatzbereich, Gleisbett und Abstellplatz für die Fässer wurden mit Bindemittel abgedeckt. Messungen im Umkreis um die Einsatzstelle (Radius 50 Meter) verliefen negativ. Eine Warnung der Bevölkerung brauchte nicht durchgeführt werden. Einsatztag: 08.04.1990 Meldezeit/Ende: 09.53 Uhr / 16.00 Uhr Einsatzort: Hauptgüterbahnhof Einsatzart: Ausgeflossene Säure Entstehungsursache: Folgeeinsatz zum 06. 04.1990 Eingesetzte Fahrzeuge: 2 HLF, 2 TROWA, 1 ELW, 1 ASZ, 1 WL-Gefahrgut, 1 WL-Mulde, 1 WL-Küche, 1 RADL, 1 RW-U, 2 RTW, 1 NAW Eingesetzte Kräfte: 54 Feuerwehrbeamte, 4 Rettungssanitäter (Sanitätsorganisation), 1 Notarzt Eingesetzte Rohre: 2 C-Rohre Eingesetzte Atemschutzgeräte: 21 PA, 18 Vollschutzanzüge Nachdem bereits am 06.04.1990 in dem gleichen Güterwaggon mehrere mit Flussäure befüllte Fässer undicht geworden waren, bemerkten am 08.04. DB-Bedienstete erneut austretende Säuredämpfe. Unter schwerem Atemschutz und Vollschutzanzügen stellten Einsatzkräfte erneut Säureaustritt aus einem oder mehreren Fässern fest. Die genaue Lokalisierung der defekten Fässer war zu diesem Zeitpunkt nicht möglich. Weiterhin wurde festgestellt, daß ein Großteil der Fässer starke Korrosionsschäden aufwies. Alle Fässer wurden entladen und erneut überprüft. Hierbei wurde ein undichte Faß entdeckt und in ein Überfaß gestellt. Weitere 15 stark korrodierte Fässer wurden ebenfalls in Überfässer gestellt. Alle in Überfässer verpackte Säurefässer wurden unter Begleitung eines Löschfahrzeuges von der Polizei zur Herstellerfirma transportiert. Die äußerlich intakten Säurefässer wurden ebenfalls von der Herstellerfirma übernommen. Die im Güterwaggonboden und ins Gleisbett eingedrungene Säure bzw. Säure-Wassergemisch wurde mit Neutralisationsmittel, das vom Hersteller zur Verfügung gestellt wurde, neutralisiert. Das Neutralisationsmittel und Erdreich wurden anschließend aufgenommen, in Fässern zwischengelagert und bei der Hessischen Industriemüll GmbH (HlM) entsorgt. Messungen des Atemschutzzuges in der Umgebung der Einsatzstelle verliefen negativ. Einsatztag: 10.05.l990 Meldezeit/Ende: 16.10 Uhr / 19.01 Uhr Einsatzort: Hauptgüterbahnhof Einsatzart: Ausgeflossene Säure Entstehungsursache: Mangelhafte Sicherung/Verladearbeiten Eingesetzte Fahrzeuge: 2 HLF, 1 TROWA, 1 ELW, 1 WL-Gefahrgut, 1 ASZ, 1 RW-U Eingesetzte Kräfte: 17 Feuerwehrbeamte Eingesetzte Atemschutzgeräte: 3 PA, 3 Vollschutzanzüge Von 12 auf einer Palette stehenden und mit je 35 kg Phosphorsäure gefüllten Behältern war bei Verladearbeiten ein Behälter verrutscht, undicht geworden und die Säure ausgeflossen. Zwei weitere Behälter waren an den Verschlüssen beschädigt. Unter umluftunabhängigem Atemschutz und Vollschutzanzügen wurden die beschädigten Behälter in Ersatzbehälter umgefüllt. Die ausgeflossene Phosphorsäure wurde mit Neutralisationsmittel abgestreut und später aufqenommen. Neutralisationsmittel und die beschädigten Behälter wurden in Gefahrstoffbehälter verpackt und bei der HIM entsorgt. Messungen des Atemschutzzuges an der Einsatzstelle verliefen negativ. Einsatztag: 11.05.1990 Meldezeit/Ende 07.47 Uhr / 11.08 Uhr Einsatzort: DB-Leitpunkt 33/Kleyerstraße Einsatzart: Ausgeflossene Säure Entstehungsursache: Verpackungsfehler/Rangierarbeiten Eingesetzte Fahrzeuge: 2 HLF, ASZ, 1 ELW, 1 WL-Gefahrgut, 1 RW-U, 1 GW, 1 RTW Eingesetzte Kräfte: 27 Feuerwehrbeamte Eingesetzte Atemschutzgeräte: 8 PA, 4 Vollschutzanzüge Beim Rangieren eines Güterwaggons, der unter anderem mit 160 Kanistern gefüllt mit je 3O kg Metallbeizmittel beladen war, wurden drei dieser Kanister beschädigt und der Inhalt floß teilweise aus. Unter schwerem Atemschutz und Uollschutzanzügen wurde der Waggon geöffnet und die Ladung zunächst überprüft. Nach Lokalisierung der defekten Behälter wurden diese geborgen und in Überfässer gestellt. Die unbeschädigten Behälter wurden ausgeladen und der Waggonboden mit Säurebindemittel abgestreut. Das chemikalienverseuchte Bindemittel wurde aufgenommen, in SchadstofbehäIter zwischengelagert und anschließend bei der HIM entsorgt. Messungen des Atemschutzzuges verliefen negativ. Einsatztag: 14.05.1990 Meldezeit/Ende: 12.44 Uhr / 15.08 Uhr Einsatzort: Hauptgüterbahnhof Einsatzart: Ausgeflossene Säure Entstehungsursache: Verladearbeiten Eingesetzt Fahrzeuge: 2 HLF, 1 ELW, 1 WL-Gefahrgut, 1 ASZ, 1 GW, 1 RTW Eingesetzte Kräfte: 30 Feuerwehrbeamte Eingesetzte Atemschutzgeräte: 4 PA, 4 Vollschutzanzüge Eingesetzte Rohre: 1 C-Rohr Verletzte: 1 DB-Bediensteter Bei Verladearbeiten von Paletten mit 150 kg Gebinde stürzte ein Faß mit Eisentrichloridlösung um und floß total aus. Bis zum Eintreffen der Berufsfeuerwehr hatten DB-Bedienstete den Unfallbereich abgesperrt. Ein mit Eisentrichloridlösung kontaminierter DB-Bediensteter wurde mit einem Rettungstransportwagen in ein Krankenhaus transportiert. Die ausgeflossene Lösung wurde unter schwerem Atemschutz und Vollschutzanzügen mit Bindemittel abgedeckt. Die gebundene Eisentrichloridlösung, kantaminierte Holzteile, Plastikfolie sowie die Arbeitskleidung der DB-Bediensteten wurden in Schadstoffbehälter zwischengelagert und anschließend bei der HIM entsorgt. Das unbeschädigte Ladegut wurde in einen anderen Güterwaggen umgeladen. Messungen des Atemschutzzuges in der näheren Umgebung der Einsatzstelle verliefen negativ. Einsatztag: 20.06.1990 Meldezeit/Ende: O1.42 Uhr / 09.35 Uhr Einsatzort: Hauptgüterbahnhof Einsatzart: Ausgeflossene Säure Entstehungsursache: Vermutlich Rangierarbeiten Eingesetzte Fahrzeuge: 2 HLF, 1 TROWA, 1 ELW, 1 RW-S, 1 WL-Gefahrgut, 1 RW-U, 1 ASZ, 1 RADL, 1 RTW Eingesetzte Kräfte: 34 Feuerwehrbeamte Eingesetzte Rohre: 1 HD-Rohr Eingesetzte Atemschutzgeräte: 16 PA, 3 Vollschutzanzüge Verletzte: 2 DB-Bedienstete Bei Rangierarbeiten wurde aus einem Güterwaggon von Arbeitern der DB ein Flüssigkeitsaustritt mit stechendem Geruch bemerkt. Bis zum Eintreffen der BF wurde der Waggon auf ein sogenanntes Feuerwehrgleis rangiert. Zwei DB-Bedienstete klagten gegenüber den Einsatzkräften über starke Reizung der Atemwege. Sie wurden mit einem Rettungstransportwagen in ein Krankenhaus transportiert. Trotz mehrfacher Nachfrage bei der Oberzugleitung konnte nicht in Erfahrunq gebracht werden, welche Ladung in dem Güterwaggon geladen war. Ein Trupp unter umluftunabhängigem Atemschutz und Vollschutzanzügen öffnete den Waggon und überprüfte zunächst die Ladung. Hierbei konnte schließlich ermittelt werden, daß es sich bei der austretenden Flüssigkeit um Dischwefeldichlorid handelte. Von den insgesamt 35 Fässern waren fünf Fässer mehr oder weniger stark deformiert, aber noch dicht. Ein Faß war undicht und Dischwefeldichlorid floß aus. Das defekte Faß wurde in ein Sicherheitsfaß umgeladen und zwischengelagert. Die deformierten Fässer wurden außerhalb des Waggons nochmaIs überprüft. Die ausgeflossene Flüssigkeit wurde mit Bindemittel gebunden, aufgenommen und in Schadstoffbehälter zwischengelagert. Die Entsorgung erfolgte bei der HIM. Messungen im näheren Umkreis verliefen negativ. Alle Geräte wurden mittels Sprühstrahl abgespült und gereinigt. Einsatztag: 21.06.1990 Meldezeit/Ende: 17.54 Uhr / 19.33 Uhr Einsatzort: Hauptgüterbahnhof Einsatzart: Ausgeflossene Säure Entstehungsursache: Vermutlich Rangierarbeiten Eingesetzte Fahrzeuge: 2 HLF, 1 ELW, 1 WL-Gefahrgut, 1 ASZ, 1 RW-U, 1 GW, 1 RTW Eingesetzte Kräfte: 26 Feuerwehrbeamte Eingesetzte Rohre: 1 HD-Rohr Eingesetzte Atemschutzgeräte: 7 PA, 4 Säureschutzanzüge, leicht In einem Güterwaggon, Ladegut Gitterboxpaletten mit je sechs 60 Liter Essigsäure fassende Fässer (Essigsäure 50prozentig und höher), wurde von DB-Bediensteten starke Geruchsbelästigung festgestellt. Vermutlich war bei Rangierarbeiten eines oder mehrere dieser Fässer beschädigt worden. Unter umluftunabhängigem Atemschutz und leichten Säureschutzanzügen wurde die Ladung zunächst ohne sichtbare Beschädigung vorgefunden. Der Waggon wurde komplett entladen und jedes Faß nochmals überprüft. Bei einem der Fässer konnte im oberen Faßbereich eine Beschädigung festgestellt werden. Dieses Faß wurde in ein Überfaß gestellt. Auf Grund der hohen Säuredampfkonzentration im Waggoninnern wurde zum Niederschlagen der Dämpfe und zum Reinigen des Waggonbodens ein HD-Rohr eingesetzt. Der Boden wurde anschließend mit einem Neutralisationsmittel abgedeckt. Messunqen des Atemschuzzuges in der Umgebung der Einsatzstelle verliefen negativ. Das beschädigte Ladegut wurde am nächsten Tag bei der HIM entsorgt. Einsatztag: 15.08.1990 Meldezeit/Ende: 16.51 Uhr / 19.38 Uhr Einsatzort: Hauptgüterbahnhof Einsatzart: Ausgeflossene Säure Entstehungsursache: Verladearbeiten Eingesetzte Fahrzeuge: 2 HLF, 1 ELW, 1 WL-Gefahrgut, 1 ASZ, 1 GW, 1 RTW Eingesetzte Kräfte: 23 Feuerwehrbeamte Eingesetzte Rohre: 1 HD-Rohr Eingesetzte Atemschutzgeräte: 6 PA, 6 Vollschutzanzüge Verletzte: 1 Bediensteter einer Fremdfirma Bei Verladearbeiten in einer Lagerhalle wurden zwei von 50 auf einer Palette stehende und mit je 10 Liter Flußsäure gefüllte Behälter beschädigt, so daß Flußsäure ausfloß. Ein Arbeiter wurde mit Verätzungen mit einem Rettungstransportwagen in ein Krankenhaus transportiert. Unter schwerem Atemschutz und Vollschutzanzügen wurden die beschädigten Behälter geborgen und in einem Schadstoffbehälter zwischengelagert. Die ausgeflossene Flußsäure benetzte auch Teile des übrigen Ladegutes auf der Ladefläche eines Transportfahrzeuges. Das benetzte Ladegut wurde entladen und mit Sprühstrahl abgespritzt. Die Ladefläche wurde mit Neutralisationsmittel abgestreut. Das kontaminierte Neutralisationsmittel wurde aufgenommen und in Schadstoffbehälter zwischengelagert. Die Ladefläche wurde ebenfalls mit Sprühstrahl abgespritzt. Messungen des Atemschutzzuges während des Einsatzes in der näheren Umgebung der Einsatzstelle verliefen negativ. Die Schadstoffbehälter wurden zur Entsorgung zur HIM transportiert. Feuer, Brückenbaustelle Berkersheim Freitag, dem 18.05.1990 Vermutlich infolge vorsätzlicher Brandstiftung gerieten drei Baubaracken an der Brückenbaustelle der B 3a, die als Büro-, Wohn- und Kantinenräume genutzt wurden, in Brand. Bei Eintreffen der Einsatzkräfte brannten zwei Baracken in voller Ausdehnung; auf die dritte Baracke hat der Brand übergegriffen. Jede Baubaracke hatte eine Größe von ca. 15 Meter x 6 Meter. Während die Freiwillige Feuerwehr Berkersheim mit zwei HD-Rohren einen dicht an den Baracken stehenden Flüssiggastank kühlte, bauten die Einheiten der BF sowie nachrückende Einheiten der BF einen umfassenden Angriff auf. Mit zunächst drei C-Rohren, später neun C-Rohren, wurde der Brand erfolgreich angegriffen und gelöscht. Die als Schlaf- und Aufenthaltsraum genutzte Baracke wurde von Trupps unter umluftunabhängigen Atemschutzgeräten überprüft. Es wurden keine Personen vorgefunden. Die an der Einsatzstelle tätige Kriminalpolizei teilte mit, daß in den vergangenen Wochen mehrmals die Baracken aufgebrochen wurden. Die Nachlöscharbeiten wurden von den FF Berkersheim und Harheim übernommen. Meldezeit/Ende: 22.19 Uhr / 04.20 Uhr Einatzort: Bundesstraße B 3a, Brückenbauwerk Einsatzart: Barackenbrand Entstehungsursache: Vermutlich vorsätzliche Brandstiftung Eingesetzte Fahrzeuge BF: 2 HLF, 2 GTLF, 1 DLK, 1 ELW, ASZ Eingesetzte Kräfte BF: 25 Eingesetzte Fahrzeuge FF: TLF 16, LF 16, LF 16-TS, 3 RW1 Eingesetzte Kräfte FF: 24 Eingesetzte Rohre: 2 HD-Rohre, 9 C-Rohre Anzahl der Atemschutzgeräte: 6 PA Sachschaden: ca. 250.000 DM Feuer, Hauptbahnhof Samstag, dem 09.06.1990 Infolge vorsätzlicher Brandstftung gerieten zwei Personenwaggons der Bundesbahn in Brand. Die Bahnpolizei hatte bei Kontrollgängen entdeckt, daß in einem Personenwaggon eines auf Gleis 1a stehend, ein Brand ausgebrochen war und alarmierte die Feuerwehr. Von den Einsatzkräften wurden zwei C-Rohre vorgenommen und der Brand, der sich auf mehrere Abteile ausgebreitet hatte, bekämpft. Während der Brandbekämpfung in diesem Waggon hörten die Einsatzkräfte Glas splittern und Feuer aus einem Personenwaggon, rund 80 Meter entfernt auf Gleis 1 stehend, schlagen. Es wurden weitere Einsatzkräfte nachalarmiert. Von den an der Einsatzstelle tätigen Einsatzkräften wurden weitere zwei C-Rohre vorgenommen und der Brand, auf ein Abteil beschränkt, bekämpft. Während noch Aufräumungsarbeiten durchgeführt wurden, erreichte die Bahnpolizei eine telefoniscbe Bombendrohung. Der Hauptbahnhof wurde geräumt. Die Aufräumunnsarbeiten wurden zeitweise eingestellt. Beide Waggons wurden durch das Feuer und den Brandrauch stark beschädigt. Meldezeit/Ende: 00.37 Uhr / 04.05 Uhr Einsatzort: Hauptbahnhof - Gleis 1a und 1 Einsatzart: Brennt Personenwaggon Entstehungsursache: Vorsätzliche Brandstiftung Eingesetzte Fahrzeuge: LZ 3, 4 und 6, ASZ, NAW, RW-S Eingesetzte Kräfte: 41 Eingesetzte Rohre: 4 C-Rohre Anzahl der Atemschutzgeräte: 14 PA Sachschaden: ca. 650.000 DM Wespen, Berkersheimer Weg 91 Sonntag, dem 22.07.1990 Nachdem eine 78jährige Bewohnerin einer Dachgeschoßwohnung einen in einem Abstellraum stehenden Kleiderschrank öffnete, wurde sie von einem Schwarm Wespen angegriffen und durch viele Stiche erheblich verletzt. Sie mußte mit einem Rettungstransportwagen in ein Krankenhaus transportiert werden. Wie sich später herausstellte, hatten die Wespen Zugang zu dem im Dachgeschoß gelegenen Raum und bauten in einem Kleiderschrenk, in dem sich Winterbekleidung befand, ihr Nest. Beim öffnen des Kleiderschrankes wurde das Nest zerstört, und die Wespen griffen die Frau an. Ein ihr zu Hilfe eilender Enkel führte die Frau aus dem Raum, schloß diesen und alarmierte die Berufsfeuerwehr. Von der Feuerwehr wurden die Wespen mit einem Schädlingsbekämpfungsmittel vernichtet. Hierzu wurde ein Feuerwehrbeamter mit umluftunabhängigem Atemschutz und Imkerausrüstung eingesetzt. Zur weiteren Überprüfung der Räume der Dachgeschoßwohnung wurde der Hauseigentümer an einen Schädlingsbekämpfer verwiesen. Meldezeit/Ende: 12.55 Uhr / 13.30 Uhr Einsatzort: Berkersheimer Weg 91 Einsatzart: Wespen Entstehungsursache: Wespennest zerstört Eingesetzte Fahrzeuge: 1 HLF, 1 RTW Eingesetzte Atemschutzgeräte: 1 PA Verletzte: 1 Frau Feuer, Schalkwiesenweg 53 Samstag, dem 11.08.1990 Bei dem Brandobjekt handelt es sich um ein zweigeschossiges Wohngebäude in Massivbauweise in Satteldachausführung mit zwei Schleppgauben. Die Giebelseite des Gebäudes ist zum Schalkwiesenweg gerichtet, der Dachraum zu Wohnzwecken ausgebaut. Durch nachträglichen Anbau wurde links der Giebelseite eine Wohnraumvergrößerung, im Erdgeschoß und 1. Obergeschoß, hergestellt. Die rückwärtige Giebelseite bildet den Hausabschluß zu dem Gebäuden "An den Pflanzländern 3". Die einzelnen Stockwerke des Brandobjektes sind im Treppenhaus durch eine eingestemmte Holztreppe miteinander verbunden. Die Alarmierung erfolgte über Polizei-Notruf um 03.55 Uhr. Schadenslage und Einsatzablauf Erst kurz vor dem Erreichen der Einsatzstelle war die Brandlage zu beurteilen. Am Einsatzort war eine intensive Brandausbreitung im gesamten Treppenhausbereich erkennbar. Das Feuer hatte die Eingangstüren, Fenster und den ausgebauten Giebelstock sowie die Dachhaut bereits zerstört und griff vom Treppenhaus auf die Wohnungen in den einzelnen Geschossen über. Nach Verlassen des ersten an der Einsatzstelle eintreffenden Fahrzeuges wurden die Einsatzkräfte von Passanten auf drei im Anbau des Gebäudes zu rettende Personen hingewiesen. Diese hatten sich auf der Flucht vor dem aus dem Treppenraum übergreifenden Feuer in den seitlichen Anbau des Gebäudes auf einen ausgebauten Balkon geflüchtet. Schon zu diesem Zeitpunkt war die durchgehende eingestemmte Holztreppe durch den Brand zerstört. Durch die fast gleichzeitig eintreffenden Einsatzkräfte des Löschzuges 4 konnten zwei weibliche, davon eine ältere behinderte Frau, sowie deren Betreuerin und eine männliche Person über die Steckleiter gerettet werden. Diese Personen konnten nach einem kurzen Aufenthalt im HLF den nachrückenden NAW und Sanitätsorganisationen zur Betreuung übergeben werden. Die Einsatzkräfte des Löschzuges 7 drangen mit PA ausgerüstet durch die Haustüre und löschten mit einem HD-Rohr den Brand im Treppenhaus. Gleichzeitig wurde von der zur Firstlängsachse in Stellung gebrachten DLK 7 ein C-Rohr zur Brandbekämpfung im bereits durchgebrannten Dachbereich eingesetzt. Die etwas später eintreffende DLK 3 arbeitete parallel zur DLK 7 an der Brandbekämpfung des Dachstuhles. Auf Befragen der geretteten Personen gaben diese an, daß sich im Dachausbau noch eine Person aufhalten würde. Kurzfristig wurde ein bereitstehender Trupp des LZ 3 mit PA unter Verwendung des C-Rohres der DLK über diese zur Suche nach dem Vermißten eingesetzt. Eine Person konnte von dem vorgehenden Trupp jedoch nicht gefunden werden. Der später an der Einsatzstelle durch den Sohn der Hausbesitzerin als Wohnungsinhaber der Dachgeschoßwohnung erkannte junge Mann wurde von den Beamten des K 43 überprüft und zur Vernehmung in das Polizeipräsidium gebracht. Die im Erdgeschoß wohnende türkische Familie hatte nach Erkennen der Gefabr mit ihrem Kind die Wohnung durch das Fenster des Schlafzimmers verlassen. Durch die BF wurde nach Beendigung der umfangreichen Löscharbeiten eine Sicherung der Brandstelle durchgeführt; dabei sind Fenster, Türen sowie die Dachhaut mit PVC-Folien verschlossen worden. Da die Entstehungsursache nicht geklärt werden konnte, wurde auf Anordnung der Polizei die Schadensstelle nicht geräumt. Als Brandursache wird eine vermutlich vorsätzliche Brandstiftung im Treppenhausbereich angenommen. Hinweise ergeben sich daraus, daß am Abgang zum Keller mehrere 20 Liter Benzinkanister, jedoch leer oder nur mit geringen Restmengen gefunden wurden. Ebenso unklar ist die Tatsache, daß im Deckenbereich der Dachgeschoßwohnung ein leckender 20 Liter Kanister mit brennbarer Flüssigkeit, die während des Brandes ausfloß, von Einsatzkräften entdeckt wurde. Die vom Kellergeschoß bis zum Dachgeschoß durchgehende eingestemmte Holztreppe setzte dem Feuer keinen Widerstand entgegen. Da die Unterseite weder in feuerhemmender (nach Vorschrift bis 1. OG) noch in feuerbeständiger Ausführung (nach Vorschrift über 1. OG) erstellt worden ist, wirkte nach dem Durchbrennen der Dachaut der Treppenraum wie ein Kamin. Die Wohnung im Erdgeschoß wurde von dem Feuer nur geringfügig beschädigt. Größerer Brandschaden war im 1. OG, dem Dachgeschoß und dem oberen Treppenraumbereich. Meldezeit/Ende: 03.55 Uhr / 06.14 Uhr Einsatzart: Wohngebäudebrand, 2. Alarm Entstehungsursache: Vermutlich Brandstiftung Eingesetzte Fahrzeuge BF: 3 HLF, 3 LB, 1 TROWA, 1 ELW, 1 ASZ, 1 NAW, 2 RTW Eingesetzte Kräfte BF: 45 Feuerwehrbeamte Eingesetzte Fahrzeuge FF: 1 TLF 16, 1 LF 16-TS Eingesetzte Kräfte FF: 15 Einsatzkräfte Eingesetzte Rohre: 4 C-Rohre Eingesetzte Geräte: 16 PA Sachschaden: ca. 400.000 DM Feuer, Grethenweg 19 Mittwoch, dem 05.09.1990 Im Grethenweg 19 brannte im Erdgeschcß ein Ein-Zimmer-Appartement in voller Ausdehnung. Der Brand hatte bereits auf Teile des Treppenraumes übergegriffen. Der Brand wurde mittels zweier HD-Rohre im Innen- und Ausenangriff gelöscht. Aufgrund der starken Gebäudeverqualmung war den Hausbewohnern der Fluchtweg über die Treppe abgeschnitten. Es wurden insgesamt zehn Personen über eine Leiterbühne und eine Drehleiter aus verschiedenen Wohnungen gerettet. Fünf Personen wurden mit Verdacht auf Rauchvergiftung mit Rettungswagen in Krankenhäuser transportiert. Weitere Hausbewohner wurden bis zum Einsatzabschluß im Krankenbus betreut. Die Gas- und Wasserzufuhr wurden im Keller des Gebäudes abgestellt. Die Brandursache ist ungeklärt. An der Einsatzstelle waren anwesend: Polizei, Frank 8/1 und 8/31, K 43 und die Maingaswerke. Meldezeit/Ende: 03.42 Uhr / 06.00 Uhr Einsatzart: Wohnungsbrand, 2. Alarm Entstehungsursache: Wird von der Kriminalpolizei ermittelt Eingesetzte Fahrzeuge BF: 3 HLF, 2 LB, 1 TROWA, 1 ELW, 1 KB, 1 NAW, 2 RTW, 1 ASZ Eingesetzte Kräfte: 34 Feuerwehrbeamte Eingesetzte Rohre: 2 HD-Rohre Eingesetzte Geräte: 10 PA, 2 Steckleitern Verletzte Personen: 5 Zivilpersonen Sachschaden: ca. 200.000 DM Hilflose Person, Neckarstraße 5 Donnerstag, dem 13.09.1990 Im 3. Tiefgeschoß eines Nebengebäudes einer großen Bank wurden mit einem Sandstrahlgerät Reinigungsarbeiten an Decken und Wänden eines ehemaligen Schießraumes ausgeführt. Das Sandstrahlgerät war mit einem Verbrennungsmotor für Vergaserkraftstoffe ausgerüstet und verursachte starke Abgase, vornehmlich Kohlenmonoxid. In den nicht belüftbaren Räumen sammelten sich die Abgase und erreichten schließiich stark gesundheitsgefährdende Konzentrationen. Aufqrund der eingegangenen Meldung "Hilflose Person" wurde zunächst ein Rettungstransportwagen zur angegebeneo Einsatzstelle entsandt. Eine leicht benommene, über Kopfschmerzen und Übelkeit klagende Person wurde im ersten Untergeschoß übernommen und in ein Krankenhaus transportiert. Ca. 20 Minuten später wurde erneut ein Rettungstransportwagen von der Bauleitung angefordert. Auf die Frage des Einsatzsachbearbeiters, was denn eigentlich los sei, wurde mitgeteilt, daß weitere drei Personen umgekippt seien. Unter dem Einsatzstichwort "Gas" wurden nun entsprechende Einsatzmittel und -kräfte alarmiert. Bis zum Eintreffen der Berufsfeuerwehr waren durch die Bauleitung die Kellergeschosse sowie die ersten drei Obergeschosse des im Umbau befindlichen Banknebengebäudes geräumt worden. Die über starke Übelkeit und Kopfschmerzen klagenden und leicht benommenen Bauarbeiter wurden durch den NAW-Arzt erstversorgt und mit Rettungstransportwagen in Krankenhäuser transportiert. Von den Meßtrupps der BF wurden folgende Meßwerte festgestellt: 3. Obergeschoß ca. 100 ppm CO 2. Obergeschoß ca. 125 ppm CO 1. Obergeschoß negativ Erdgeschoß negativ 1. Tiefgeschoß ca. 1.000 ppm CO 2. Tiefgeschoß ca. 1.100 ppm CO 3. Tiefgeschoß ca. 1.500 ppm CO (Höchstwert, gemessen in dem Raum, in dem das Sandstrahlgerät stand und die Reinigungsarbeiten durchgeführt wurden) Aufgrund der hohen Meßwerte wurde aus Sicherheitsgründen die Besetzang des zuerst tätiggewordenen Rettungstransportwagens in ein Krankenhaus gebracht. Bei der HB-CO-Bestimmung wurden erhöhte, aber nicht gesundheitsgefährdende Werte festgestellt. Mit mehreren Großraumentlüftern wurden die Untergeschosse belüftet. Unter ständiger Überprüfung der CO-Werte dauerte der Einsatz bis in die Abendstunden. Nachdem die Meßwerte unterhalb des MAK-Wertes (MAK-Wert 30 ppm) lagen, wurde der Einsatz beendet und die Einsatzstelle einem Vertreter des Staatlichen Gewerbeaufsichtsamtes bzw. der Bauleitung übergeben. Meldezeit/Ende: 13.12 Uhr / 18.30 Uhr Entstehungsursache: Nicht zugelassenes Sandstrahlgerät Eingesetzte Fahrzeuge: 1 HLF, 1 WL-Lüfter, 1 ELW, 3 RTW, 1 NAW Eingesetzte Kräfte: 17 Feuerwehrbeamte, 2 Rettungssanitäter (Sanitätsorganisation) Verletzte: 4 Bauarbeiter 2 Feuerwehrbeamte Feuer, Schüttenhelmweg 53 Samstag, dem 22.09.1990 Aus bisher ungeklärter Ursache war im Wohnzimmer der Wohnung des 1. OG ein Brand ausgebrochen. Nach Angaben des Wohnungseigentümers befand sich zum Zeitpunkt des Brandes seine Ehefrau im Wohnzimmer, während er - nach Tabletteneinnahme - im Schlafzimmer schlief. Laute Brandgeräusche hatten ihn gegen 23.15 Uhr geweckt. Als er das Schlafzimmer verließ, schlugen aus der Türöffnung des Wohnzimmers bereits Flammen, so daß er seiner um Hilfe rufenden Ehefrau nicht zur Hilfe eilen konnte. Die Frau flüchtete auf den rückseitigen Balkon, wo sie später gefunden wurde. Der Wohnungsinhaber und ein Mieter des Erdgeschosses versuchten, mit einer Gartenleiter einen Fluchtweg herzustellen. Als dieser Versuch aufgrund der großen Strahlungswärme scheiterte, entfernte sich der Wohnungsinhaber nach eigenen Angaben auf die Straße. Beim Eintreffen der Berufsfeuerwehr schlugen Flammen aus dem Wohnzimmerfenster (1. OG), und dichter Rauch quoll aus den Fensteröffnungen der Straßenseite. Der Mieter informierte den Zugführer, daß vermutlich noch zwei Kinder im Dachgeschoß (Maisonette-Wohnung) eingeschlossen seien. Mit drei PA-Trupps unter Vornahme von zwei C-Rohren im Innenangriff und einem HD-Rohr im Außenangriff wurde die Personenrettung und Brandbekämpfung eingeleitet. Ein Kind konnte über die Leiterbühne (Straßenseitig), das andere über den Treppenraum gerettet werden. Nach Untersuchung durch den NAW-Arzt übernahmen Nachbarn die Betreuung. Zwischenzeitlich hatten die PA-Trupps die sterblichen Überreste der Frau auf dem Balkon liegend gefunden. Hier war sie von Teilen der Balkonmarkise bedeckt. Da bereits eine erhebliche Brandzehrung in den holzverkleideten Decken und Einbauschränken stattgefunden hatte, mußten die betroffenen Teile entfernt werden. Im Keller wurde die Gaszufuhr abgestellt. Unter Einsatz der Leiterbühne bargen Bedienstete des Bestattungsamtes die Leiche. Bis zum Eintreffen des Sohnes der Familie, betreute ein Bediensteter den Wohnungsinhaber. Aufgrund der Bauart des Gebäudes verblieb eine Brandwache von 1:2 an der Einsatzstelle. Polizei, Frank 10/2 und 10/4, und K 43 waren anwesend. Meldezeit/Ende: 23.3O Uhr / 02.45 Uhr Einsatzart: Wohnungsbrand, 2. Alarm Entstehungsursache: Wird von der Kriminalpolizei ermittelt Eingesetzte Fahrzeuge BF: 3 HLF, 2 LB, 2 TROWA, 1 ELW, 1 NAW, 1 ASZ, 2 RTW Eingesetzte Kräfte BF: 39 Feuerwehrbeamte Eingesetzte Fahrzeuge FF: 1 TLF 16, 1 LF 16-TS Eingesetzte Kräfte FF: 11 Einsatzkräfte Eingesetzte Rohre: 2 C-Rohre, 1 HD-Rohr Eingesetzte Geräte: 10 PA, 2 tragbare Leitern Verletzte/Tote: 2 / 1 Sachschaden: ca. 500.000 DM Schlange eingefangen, Börsenstraße 14 Freitag, dem 28.09.1990 Einen nicht alltäglichen Einsatz leistete die Berufsfeuerwehr am Freitag, kurz vor 11.00 Uhr. Aus einem Fenster einer Wohnung im 5. Obergeschoß eines Wohn- und Geschäftshauses fiel eine Tigerpython auf das Dach eines vor dem Haus geparkten PKW. Während der PKW erheblich beschädigt wurde, überstand die Python den Sturz ohne Schaden. Die Riesenschlange, ca. 4 Meter lang und 15 bis 18 Kilogramm schwer, verkroch sich verschrocken unter einem weiteren PKW. Mit Hilfe eines Besens und eines Keschers wurde die Schlange eingefangen und in einer Leichtmetallbox aufbewahrt. Sie wurde dem über die Polizei ermittelten und verständigten Besitzer zurückgegeben. Meldezeit/Ende: 10.44 Uhr / 11.34 Uhr Einsatzart: Schlange einfangen Entstehungsursache: Schadhaftes Terrarium Eingesetzte Fahrzeuge: 1 HLF, 1 GW Eingesetzte Kräfte: 8 Feuerwehrbeamte Eingesetzte Geräte: Tierfanggerät, Behälter Sachschaden: ca. 3.000 DM Feuer, Rödelheimer Landstraße 178 Mittwoch, dem 03.10.1990 Vermutlich durch Brandstiftung waren größere Mengen abgestellter Sperrmüll in der Toreinfahrt des dreigeschossigen Fachwerkbau-Wohnhauses in Brand gesetzt worden. Bei Ankunft der BF an der Einsatzstelle brannte der Sperrmüll in der Toreinfahrt in voller Ausdehnung und hatte bereits auf der Rückseite einen eingeschossigen Pultdachanbau (teilweise bewohnt) in Fachwerkbauweise und die Rückfront des Wohnhouses bis zum Dachgeschoß in Brand gesetzt. Von der zuerst en der Einsatzstelle eingetroffenen Einheit wurde ein HD-Rohr zur Toreinfahrt und zwei C-Rohre unter schwerem Atemschutz durch den Hauseingang zum Hof des Gebäudes zur Brandbekämpfung vorgenommen. Gleichzeitig wurde die Leiterbühne zur Menschenrettung eingesetzt, da sich noch Menschen an den Fenstern zeigten. Anschließend wurde über die Leiterbühne ein C-Rohr zur Brandbekämpfung des Daches vorgenommen. Über das Nachbargrundstück Nr. 176 wurde von nachrückenden Einheiten ein weiteres C-Rohr, von der Freiwilligen Feuerwehr Rödelheim ein C-Rohr unter schwerem Atemschutz zum Dachgeschoß vorgenommen. Insgesamt waren 13 PA eingesetzt. Vom alarmierten E-Werk und Gaswerk wurden die jeweiligen Versorgungsleitungen abgestellt. Anhand der Brandzehrung mußte von einer Branddauer von 15 bis 20 Minuten ausgegangen werden, bis eine Alarmierung der Berufsfeuerwehr erfolgte. Ein vor der Einsatzstelle geparkter PKW war durch Wärmestrahlung in Mitleideschaft gezogen worden. Die Wohnungsinhaber des Hauses, soweit anwesend, konnten nach Beendigung der Löscharbeiten ihre Wohnungen wieder betreten. Meldezeit/Ende: 0l.58 Uhr / 06.00 Uhr Einsatzart: Feuer, 2. Alarm, Menschen in Gefahr Entstehungsursache: Vermutlich Brandstiftung Eingesetzte Fahrzeuge BF: 2 HLF, 2 LB, 2 TROWA, 1 ELW, 1 ASZ, 1 NAW, 2 RTW, 1 WL-Scheibe Eingesetzte Kräfte BF: 40 Feuerwehrbeamte Eingesetzte Fahrzeuge FF: 1 TLF 16, 2 LF 16-TS Eingesetzte Kräfte FF: 12 Einsatzkräfte Eingesetzte Rohre: 5 C-Rohre Eingesetzte Geräte: 14 PA Sachschaden: ca. 800.000 DM |
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| < zum Jahr 1991 | zum Jahr 1989 > | |||||||