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Presseinformation der Feuerwehr Frankfurt am Main
Förderpreis des Deutschen Feuerwehrverbandes für Frankfurter Brandschutzerziehung mit gehörlosen KindernAnlässlich der Eröffnungsveranstaltung zur bundesweiten Feuerwehraktionswoche 1999 wurde die Feuerwehr Frankfurt am Main am Freitag, dem 10. September 1999 in Erfurt mit dem Förderpreis des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) "Die Brandschutz 1" ausgezeichnet. Unter mehr als 25 Bewerbungen erhielt das Frankfurter Projekt "Brandschutzerziehung für gehörlose Kinder an der Schule im Sommerhoffpark" diese höchste deutsche Feuerwehrauszeichnung, die alle zwei Jahre vergeben wird. Das Projekt wurde von dem Frankfurter Feuerwehrbeamten Thomas Schmitt und der gehörlosen Erzieherin Cornelia Redetzki erarbeitet und wird mit grossem Erfolg seit etwa einem Jahr in der Schule am Sommerhoffpark, einer Schule für gehörlose und schwer hörgeschädigte Kinder angewandt. Der Preis wurde in Anwesenheit des Thüringischen Ministerpräsidenten Dr. Bernhard Vogel vom Vizepräsidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes Ralf Ackermann übergeben. Ackermann betonte in seiner Ansprache den hohen Stellenwert, den die Brandschutzerziehung inzwischen bei den Deutschen Feuerwehren genießt. Leider würde dies aber noch nicht in der erforderlichen Form bei den verantwortlichen Politikern zur Kenntnis genommen. Die Brandschutzerziehung sei genau so wichtig, wie beispielsweise die Verkehrserziehung mit der Polizei und Landesverkehrswacht in der Vergangenheit beachtliche Beiträge zur Sicherheit im Kindesalter erzielen konnten. Um die Brandschutzerziehung im vergleichbaren Umfang durchführen zu können, müsse hier über den Einsatz von hauptamtlichen Kräften nachgedacht werden. Wie wichtig die Aufklärung über Gefahren beim Umgang mit Feuer ist, beweisen die Zahlen der hierbei verletzten Kinder. Allein durch Grillunfälle wurden auch in diesem Jahr wieder mehrere hundert Kinder so schwer verletzt, dass sie in einer Spezialklinik behandelt werden mussten. Das menschliche Leid der betroffenen Kinder und Eltern ist unermesslich. Aber auch die wirtschaftlichen Aspekte spielen eine nicht unbedeutende Rolle. Die Behandlungskosten eines einzigen schwerverbrannten Kindes beziffern Fachleute auf etwa DM 400.000,-. Angesichts dieser Zahlen erscheint eine professionelle Brandschutzerziehung eigentlich selbstverständlich. Dessen ungeachtet nahmen die beiden ehrenamtlich arbeitenden Preisträger die hohe Auszeichnung mit sichtlicher Freude an. Bei der anschließenden Darstellung ihrer Arbeit erregten sie unter den anwesenden Gästen ungeteiltes und anerkennendes Interesse. Der Geschäftsführer des DFV-Versandhauses Ralf Schäfer, der den Preis mit einer Geldsumme von DM 2000,- aufwertete, bekannte freimütig, dass er vor der Prüfung der eingereichten Arbeiten nicht über die Problematik der Brandschutzerziehung bei behinderten Kindern informiert war. Er forderte Industrie und Politik dazu auf, sich zukünftig verstärkt für ähnliche Maßnahmen einzusetzen. Cornelia Redetzki und der Brandmeister Thomas Schmitt wollen die mit der Auszeichnung verbundene Geldsumme für weitere Projekte in ihrem Bereich einsetzen. Für weitere Fragen steht Ihnen der Arbeitskreis Brandschutzerziehung der Feuerwehr Frankfurt am Main gerne zur Verfügung.
Hermann Müller |