Neubau einer Passivhausschule im Stadtteil Riedberg

Die Stadt Frankfurt am Main macht Ernst mit dem Klimaschutz auf lokaler Ebene. Nach intensiven Beratungen wurde im Frühjahr 2003 beschlossen, den Neubau der Grundschule und Kindertagesstätte im Baugebiet Riedberg in Passivhausbauweise durchzuführen. Die Mehrkosten für die Ausführung in Passivhausbauweise liegen bei 5% gegenüber einer Ausführung im bisherigen Niedrigenergie-Sandard (NEH nach RAL) der Stadt Frankfurt. Die Schule wurde am 1.11.2004 eröffnet und am 18.11.2004 als qualitätsgeprüftes Passivhaus zertifiziert (Zertifikat).

Passivhaus-Qualität bedeutet, den Heizenergiebedarf eines Gebäudes auf 15 kWh/m²a (entspricht 1,5 l Heizöl pro m² und Jahr) zu begrenzen sowie den Primärenergiebedarf (für Strom und Heizung) unter 120 kWh/m²a zu halten. Eine Schule oder Kita ist ideal als Passivhaus geeignet, da die Kinder mit Ihrer Wärmeabstrahlung schon einen erheblichen Anteil an Wärmeenergie zur Heizung des Klassenraumes mitbringen. So reicht - eine entsprechende Dämmung der Wände und Wärmeschutzverglasung vorausgesetzt - schon ab –12°C die Wärme von 25 Schülern und einem Lehrer aus, den Klassenraum einer Passivhaus-Schule ausreichend zu beheizen. Ein U-Wert der Fenster von 0,85 W/m²K garantiert dabei auch bei einer Sitzposition am Fenster Behaglichkeit.

Der größte Teil der Wärme in der Unterrichtszeit geht durch Lüftung und nicht durch Verluste durch die Wände verloren. Daher ist neben der Fensterlüftung in der kurzen Heizzeit eine maschinelle Grundlüftung mit Wärmerückgewinnung unerlässlicher Bestandteil für ein Passivhaus-Konzept.

 

Diese Technik verhindert gleichzeitig, dass sich im Verlauf der Schulstunde die Luftqualität in den Klassen erheblich verschlechtert. Mit der Ausführung in Passivhausbauweise werden also nicht nur die Betriebskosten reduziert, sondern mit der Einhaltung der Vorgaben der Norm DIN 1946 (CO2 unter 1500 ppm) auch bessere Lernbedingungen für die Schülerinnen und Schüler geschaffen.

Die optimale Tageslichtnutzung verlangt, den Fenstersturz auf ein Minimum zu reduzieren (Tageslicht kommt von oben). Die Reduzierung von Wärmeverlusten im Winter und Hitzeeinstrahlung im Sommer wurde mit gedämmten Brüstungselementen verbessert. Ein automatischer Sonnenschutz mit Lichtlenkfunktion im oberen Bereich ist dabei, wie für alle neuen Gebäude mit höherem Verglasungsanteil, ebenso wie Speichermassen und Nachtlüftung unerlässlich


Eckdaten

·         Investitionskosten gesamt: 16,7 Mio € brutto

·         davon für Passivhaus-Lüftungstechnik: 240 T€ brutto

·         erwartete Mehrkosten Passivhaus-Qualität zu EnEV minus 30%: 890 T€ brutto

·         Kennwerte nach DIN 276 Kostengruppe 300+400: 1.110 €/m² BGF, 242 €/m³ BRI netto

·         Förderung: 250 T€ durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt
(davon 80 T€ für wissenschaftliche Begleitung und Messungen)

·         Betriebskosteneinsparung Passivhaus gegenüber EnEV minus 30% über 30 Jahre, Stand 2006: 1.280 T€ (im Mittel)

·         Eingesparte CO2-Emissionen zu einem Standard-Neubau in 30 Jahren: 1000 to

·         Baubeginn 09/2003, Fertigstellung: Schuljahr 2004/2005

·         Fläche (NGF): Schulgebäude und Kita (Passivhaus-Bauweise) ca. 6.100m2 bei A/V 0,35, Turnhalle (NEH-Bauweise) ca. 1.600 m2, Bruttovolumen 41.000 m3

·         Heizung: vollautomatischer Holzpellet-Kessel (2x 60 kW), Förderung 10.000 € durch das Land Hessen

·         Errichtung einer Solarstromanlage (PV) bis 45 kW auf dem Dach durch externen Investor

·         Lage: Zur Kalbacher Höhe / zum Stuhlen oberhalb des Bonifatiusbrunnens

Weitere Unterlagen:

Links:   

Weitere Informationen: axel.bretzke@stadt-frankfurt.de, 069-212-38697

letzte Änderung: 12.01.2009 Li